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Infektiologie 1. Oktober 2006

Interaktion zwischen Artemisinin und Chloroquin sowie Desbutyl-Benflumetol bei Plasmodium vivax

Infektionen mit dem Malariaerreger Plasmodium vivax verlaufen selten tödlich, jedoch ist die Symptomatik relativ schwer und die Rekonvaleszenz verläuft langsam. Ziel der Studie war die Klärung pharmakodynamischer Interaktionen zwischen Artemisinin und Chloroquin im Hinblick auf eine mögliche Beschleunigung der klinischparasitologischen Wirkung, sowie die Untersuchung möglicher Alternativen im Falle des Auftretens von Chloroquinresistenz bei Plasmodium vivax. In dieser Studie wurde das Wachstum von Plasmodium vivax bzw. dessen Hemmung durch Artemisinin, Chloroquin, DesbutylBenflumetol (DBB) allein sowie durch Kombinationen von Artemisinin + Chloroquin und Artemisinin + DBB gemessen. Insgesamt wurden 45 Isolate erfolgreich ausgewertet. Für Artemisinin alleine ergab sich für die vollständige Hemmung ein Mittelwert von 1274,8 nM (95% CI 898,5 bis 1808,7 nM), für Chloroquin alleine 1852,5 nM (95% CI 1539,5 bis 2228,6 nM), für die 1:1 (m/m) Mischung von Artemisinin und Chloroquin 1860,2 nM (95% CI 1454,4 bis 2379,3 nM). Die EC50 und EC90 Werte für Chloroquin allein lagen bei 129,9 nM und 1058,5 nM, jene für Artemisinin allein bei 32,6 nM und 735,5 nM, und jene für die 1:1 Mischung beider Medikamente bei 73,6 nM und 1103,0 nM. Die Interaktionsanalyse nach Berenbaum ergab für die Kombination von Artemisinin und Chloroquin bei der EC50 ein ΣFIC Mittel von 1,1126, bei der EC90 ein ΣFIC Mittel von 1,0331, und bei der EC99 ein ΣFIC Mittel von 1,1857. Diese Werte zeigen ausgeprägt additives Verhalten an. Für DesbutylBenflumetol (DBB) lagen die EC50 und EC90 Werte bei 1,5 nM und 28,8 nM, volle Hemmung wurde bei 90,4 nM erreicht (95% CI 75,1 bis 108,7 nM). Die Interaktionsanalyse für DBB + Artemisinin zeigte in unteren Konzentrationsbereichen mäßig antagonistisches Verhalten, bei der EC90 ist mit einem ΣFIC Mittel von 1,0300 ausgeprägt additives Verhalten, und bei der therapeutischen wichtigen EC99 mit einem ΣFIC Mittel von 0,5990 Synergismus festzustellen.

Leila Kyavar, Chaiporn Rojanawatsirivet, Herwig Kollaritsch, Gunther Wernsdorfer, Jeeraphat Sirichaisinthop, Walther H. Wernsdorfer, Wiener klinische Wochenschrift

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