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Karte der Ebola-Varianten (siehe Legende), die in Guinea und Sierra Leone zirkulieren.
 
Infektiologie 29. Juni 2015

Virale Vielfalt bestätigt

Guinea: Drei Ebola-Varianten identifiziert.

Eine aktuelle Studie berichtet über eine Co-Zirkulation von drei verschiedenen Varianten des Virus in Guinea, die Auslöser der derzeitigen Epidemie. Eine Charakterisierung dieser Erreger ist unerlässlich.

Durch die Sequenzierung des Genoms von Ebola-Virus-Stämmen in Guinea waren die Institute Pasteur in Dakar und Paris, das CNRS und die University of Sydney in der Lage, die Ausbreitung des Virus zurückzuverfolgen und deren Evolution in den Ländern zu beobachten. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in Nature.

Die Ebola-Epidemie grassiert bereits seit über einem Jahr in West Afrika. Laut WHO wurden 27.340 Fälle gemeldet, von denen 11.180 verstarben (Stand 14. Juni). Die Epidemie nahm, laut den Befunden, ihren Ausgang in einem Waldgebiet im Süd-Osten des Landes, von wo aus sie sich rasch in die Hauptstadt Conakry und die Nachbarländer ausbreitete.

Wissenschaftler des Broad Institutes (Cambridge, USA), die bereits in Sierra Leone im Einsatz waren, übernahmen die Probennahme vor Ort im Zeitraum von Juli bis November 2014.

Ebola-Mutanten

Die Sequenzierung der Institute ergab, dass die drei Virus-Varianten in Guinea in ihrer Ausbreitungsdynamik besitzen und sich auch von den bekannten Stämmen in Sierra Leone und Liberia unterscheiden – GUI-1, GUI-2 und SLE-GUI-3 (siehe Abbildung).

Jede Variante ist durch eine Kombination von Mutationen definiert, die unterschiedliche virale Proteine betreffen, beispielsweise:

• das VP35 protein – möglicherweise ein Virulenzfaktor

• das Virus Hüllen-Gykoprotein, welches die Perzeption des Immunsystems für das Virus verändern könnte

• die Polymerase, welche normalerweise eine konservierte virale Region.

Die Studie hebt zwar die genetische Diversität hervor, zeigt aber auch, dass sich die Mutationsrate innerhalb des erwartbaren Bereichs befindet. Die Beobachtung viraler Variationen ergänzt epidemiologische Studien in Anbetracht von potenziellen neuen Epidemien, erklärte ein Sprecher des Institut Pasteur.

Die Charakterisierung der Genvarianten sei essenziell, um weiterhin eine wirksame Diagnostik sowie die Entwicklung von effektiven Behandlungen und Vakzinen zu ermöglichen.Institut Pasteur/Eurekalert

Quelle:

Etienne Simon-Loriere et al., Distinct lineages of Ebola virus in Guinea during the 2014 West African epidemic, Nature, 6/2015

Philip Klepeisz, Ärzte Woche 27/2015

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