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Infektiologie 11. Mai 2015

Leptospirose kommt nicht nur in den Tropen vor

Heimische Hunde, Rinder und Schweine können die spiralförmigen Bakterien weitergeben.

Bei Leptospirose sollte schnellstmöglich eine Therapie mit Antibiotika erfolgen. Ohne entsprechende Behandlung verlaufen zwei bis zehn Prozent aller Erkrankungsfälle tödlich.

Leptospiren sind schraubenförmige Bakterien, die in über 200 Serovare eingeteilt werden können. Sie sind Verursacher der sogenannten Leptospirose, einer Erkrankung mit diversen klinischen Erscheinungsformen. Während ein Großteil der Infektionen asymptomatisch verläuft, kann es ansonsten zu leichten, selbstlimitierenden Verläufen, aber auch zu schweren Verlaufsformen kommen. Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen ist das erste Stadium gekennzeichnet durch grippeartige Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Im zweiten Stadium kann es schließlich zu Organmanifestationen kommen; bei Beteiligung der Leber und Niere und damit einhergehendem Ikterus spricht man von Morbus Weil.

Auch andere Organe wie das Hirn oder die Lunge können betroffen sein. Es sollte schnellstmöglich eine Therapie mit Antibiotika erfolgen, etwa mit Penicillin G oder Doxycyclin. Ohne entsprechende Behandlung verlaufen zwei bis zehn Prozent aller Erkrankungsfälle tödlich.

Wässriger Lebensraum

Tierisches Reservoir für Leptospiren sind vor allem Nagetiere, aber auch Haus- und Nutztiere wie Hunde, Schweine oder Rinder. Diese scheiden die Bakterien über den Urin aus, in wässrigem Milieu sind die Erreger für längere Zeit überlebensfähig. Die Übertragung auf den Menschen geschieht über Verletzungen der Haut oder der Schleimhäute, aber auch über die Bindehaut der Augen.

Leptospirose tritt vorwiegend in tropischen und subtropischen Regionen auf, besonders nach starken Niederschlägen in der Regenzeit. Zu den Risikogebieten zählen unter anderem die Karibik, Brasilien, China, Indien und Malaysia. Reisemedizinisch beratende Ärzte sollten Abenteuerreisende, Expeditionsteilnehmer und andere Urlauber mit erhöhter Expositionsgefahr auf die Erkrankung hinweisen. Es ist ratsam, den Kontakt zu möglichen Überträgertieren sowie Süßwasser zu meiden.

Aber auch in den gemäßigten Breiten kommt die Erkrankung vor, hauptsächlich im Sommer und Herbst. Vorwiegend sind bestimmte Berufsgruppen wie Bauern, Kanalarbeiter, Metzger oder Veterinäre betroffen. Als gegen Ende des letzten Jahres absehbar war, dass die Zahlen für 2014 deutlich höher liegen würden, veröffentlichte das Bundesinstitut für Risikobewertung in Deutschland eine Mitteilung, in der es auf die Bedeutung der Leptospirose hinweist.

www.bfr.bund.de/cm/343/leptospirose-eine-seltene-aber-immerhaeufiger-auftretende-erkrankung.pdf

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