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Infektiologie 23. April 2015

C. difficile: Langlebig und risikoreich

Etwa jede vierte CDI wird nicht diagnostiziert und daher nicht behandelt

Der Keim ist äußerst beständig gegenüber konventionellen Desinfektionsmitteln und Umwelteinflüssen und er kann den immungeschwächten Organismus schwer belasten. Das Bakterium Clostridium difficile stellt vor allem für ältere und chronisch kranke Patienten sowie  Patienten unter Antibiotikatherapie eine erhebliche Steigerung des Mortalitätsrisikos dar. Die strikte Einhaltung von Hygienemaßnahmen und ein überlegter Einsatz von Antibiotika stellen die wichtigsten Säulen in der Infektionskontrolle dar.  

In Österreich sterben jährlich mehr Menschen an einer Clostridium difficile-Infektion (CDI) als an Verkehrsunfällen, stellte Prof. Franz Allerberger von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) kürzlich anlässlich einer Anhörung im Europäischen Parlament der Initiative CDI Europe fest. Die amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) sehen CDI als die derzeit wichtigste Resistenzbedrohung und in der EU werden sie als „priority disease“ bezeichnet, berichtete Allerberger. Das Problembewusstsein ist in den Spitälern allerdings verbesserungswürdig. Die kürzlich im Lancet veröffentlichten Ergebnisse der EUropean, multi-centre prospective bi-annual point prevalence study of CLostridium difficile-Infection in hospitalised patients with Diarrhea = EUCLID zeigen einen Anstieg der CDI-Inzidenz von 4,129 je 10.000  Patientenbett-Tagen im Jahr 2008 auf 7,9 bei der Erhebung 2012/13. Etwa 40.000 CDI-Fälle werden allerdings pro Jahr in Europa nicht erkannt. Das bedeutet, dass etwa jeder vierte CDI-Patient aufgrund fehlender oder ungenauer Diagnostik übersehen wird – und damit auch keine rechtzeitige und adäquate Behandlung erhält.

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