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Infektiologie 12. Mai 2014

Impfstoff gegen Leishmaniose

Ein neues Vakzin gegen die Leishmania-Erreger fußt nicht auf Antikörpern, sondern auf einer T-Zell-Aktivierung.

Die Leishmaniose ist eine weltweit, v.a. in den Tropen vorkommende Infektionserkrankung. Die Überträger sind protozoische Parasiten der Gattung Leishmania. Die Krankheitsbilder sind unterschiedlich stark ausgeprägt und reichen vom lokalen Solitärulkus bis zur letalen Systemerkrankung. Die Erreger leben geschützt in den Zellen ihrer Wirte, so dass sie von Antikörpern nicht bekämpft werden können. Da die Wirkweise der meisten Impfungen jedoch darauf beruht, die Krankheitserreger mithilfe von Antikörpern zu inaktivieren, war es bislang schwierig, eine Impfung zu entwickeln.

Nun konnten Wissenschaftler der Charité in Berlin in internationaler Kooperation trotz dieser Widrigkeit einen Impfstoff entwickeln.

„Die Wirkung der neu entwickelten Impfung gegen die Leishmaniosen beruht auf der Aktivierung von T-Zellen, während sich die bislang üblichen Impfungen die Wirkweise von Antikörpern zunutze machen“, sagt Prof. Peter Walden, Leiter der Forschungsgruppe in Berlin. Zunächst analysierten die Wissenschaftler das Erbmaterial verschiedener Antigene in unterschiedlichen Arten von Leishmaniose-Parasiten. Anschließend untersuchten sie die Reaktionen von T-Zellen aus dem Blut von Patienten, die die Infektion überwunden haben. Aus den Daten beider Analysen entwickelten die Forscher die entsprechenden Antigene für den Impfstoff. „Unser Ziel war es, für den Impfstoff Antigene herauszufiltern, die in den unterschiedlichen Arten der Leishmaniose-Parasiten übereinstimmend auftreten, und die gleichzeitig in den infizierten Menschen effektive Reaktionen der T-Zellen auslösen“, erklärt Walden.

Die Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffs wurde zunächst in Mäusen nachgewiesen. Im nächsten Schritt sind klinische Studien vorgesehen.

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