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Infektiologie 28. April 2014

Die Endoparasiten des Damwildes (Dama dama) in der Antheringer Au, Salzburg

Obwohl Damwild-Bestand und -Strecke in Österreich in den letzten 20 Jahren erheblich zugenommen haben, liegen nur wenige Informationen zur Parasitenfauna dieser Wildart in Österreich vor. Daher wurden die Aufbrüche von sieben in den Jahren 2009/2010 in der Antheringer Au (Salzburg) erlegten Stücken (sechs adulte Hirsche, ein Hirschkalb) parasitologisch untersucht; Milzproben der Tiere wurden auf das Vorhandensein von DNA von durch Zecken übertragene Pathogene analysiert. Ein Befall mit Sarkosporidien (Sarcocystis spp.) und Magen-Darm-Nematoden (379–1.294 Würmer) war bei allen Stücken nachweisbar; vier bzw. drei Stücke waren mit Dictyocaulus eckerti- (2–7 Würmer) und Varestrongylus sagittatus-Lungenwürmern befallen, zwei Hirsche mit Fasciola hepatica (9 bzw. 18 Leberegel), und das Hirschkalb hatte eine Setarie (Setaria altaica?) auf dem Gekröse. DNA von Babesia capreoli wurde aus der Milz eines Hirsches isoliert. Im Kot des Hirschkalbes wurden Eimeria sordida-Oozysten gefunden. Fünfzehn Arten von Magen-Darm-Nematoden (Morphen bei den Ostertagiinae) wurden gefunden: Ostertagia leptospicularis, O. drozdzi/Skrjabinagia ryjikovi, Spiculopteragia asymmetrica, S. boehmi/Rinadia mathevossiani, Trichostrongylus askivali, T. capricola, Cooperia pectinata, Nematodirus battus, N. roscidus, Capillaria bovis, Oesophagostomum sikae, Oe. venulosum und Trichuris globulosa. Zwei bzw. vier der Hirsche wiesen einen vergleichsweise hohen Wurmbefall von mehr als 500 bzw. mehr als 1.000 Magen-Darm-Nematoden auf. Die ungewöhnlich starke Eiausscheidung von fünf dieser Hirsche, die während der Brunft erlegt worden waren, und der darüber hinaus bestehende Dictyocaulus-Befall bei vier Stücken indizieren, dass die besonders hohen Androgen-Spiegel und der Stress während der Brunft mit einer Schwächung der Körperabwehr bei den männlichen Stücken einhergehen könnten.

PD DDr. Steffen Rehbein, Martin Visser, Dr. Ilse Jekel, PD Dr. Cornelia Silaghi, Wiener klinische Wochenschrift S1/2014

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