zur Navigation zum Inhalt
 
Infektiologie 1. April 2012

Das Österreichische Rote Kreuz und österreichische Bakteriologen in den Balkankriegen 1912/13 – Zentennium des ersten Einsatzes der Bakteriologie auf Kriegsschauplätzen

Der zur Sorge für verwundete Soldaten gegründete "Patriotische Hilfsverein" wurde nach Beitritt Österreichs zur Genfer Konvention zur "Österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz". Ihre große Bewährungsprobe brachte 1912 die Entsendung von militärischen Chirurgen und Bakteriologen an alle kriegführenden Staaten im 1. Balkankrieg. Unter den bei den verschiedenen Truppen und Zivilbevölkerungen herrschenden Infektionskrankheiten dominierte die Cholera. Deswegen wurden auf Wunsch des Bulgarischen Königs renommierte Bakteriologen der Universität Wien entsandt. Ihre Arbeit war der erste Einsatz der Bakteriologie zur Seuchenbekämpfung auf einem Kriegsschauplatz. Der große Erfolg der kriegschirurgischen und hygienischen Maßnahmen veranlasste 1912 eine Sanitätsreform des Österreichischen Roten Kreuzes für den Kriegsfall und 1913 den detaillierten Antrag beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz auf Erweiterung der Genfer Konvention um die Kriegsseuchen. Letzterer wurde vom Komitee allen Mitgliedsstaaten empfehlend weitergeleitet, die Beschlussfassung verhinderte jedoch der Ausbruch des 1. Weltkriegs. In ihm bewährten sich die in den Balkankriegen erprobten neuen Methoden, Geräte und Hilfsmittel.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben