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Infektiologie 1. Oktober 2010

Die Wirtstierpräferenz von Tsetsefliegen: Ein wichtiger Parameter zur Abschätzung des Nagana-Risikos bei Rindern im Baumwollgebiet Malis

Die durch Tsetsefliegen übertragene Trypanosomose der Rinder, Nagana, stellt für Zugochsen in den Baumwollanbaugebieten Malis eine ständige Bedrohung dar und führt durch krankheitsbedingte Leistungsabnahme und hohe Sterblichkeit zu gravierenden finanziellen Verlusten bei betroffenen Kleinbauern. Ein regelmäßiger Trypanozideinsatz stellt derzeit die häufigste Bekämpfungsmethode dar, wobei als Folge dieser mono-kausalen Bekämpfung bei Rindern multiple Resistenzen gegen die nur in begrenzter Zahl verfügbaren Trypanozide im gesamten Baumwollgürtel Westafrikas zu verzeichnen sind. Wirksamkeit und Nachhaltigkeit dieser Strategie werden so zunehmend in Frage gestellt. Daher wird ein neuer Ansatz zum Grundverständnis der ökologischen Basis des Nagana-Infektionsrisikos und zu seiner effektiven Bekämpfung angestrebt, wobei der Bestimmung der Wirtstierpräferenzen von Tsetsefliegen eine bedeutende Rolle zukommt. Aus diesem Grunde wurden von November 2008 bis April 2009 in zwei südostmalischen Dörfern insgesamt 474 Tsetsefliegen gefangen, phänotypisch bestimmt, auf Trypanosomeninfektionen untersucht und ihre Blutmahlzeiten auf FTA-Filterpaper® aufgetragen. Einhundertzwanzig ausgewählte Proben wurden zur Blutmahlzeitbestimmung extrahiert und mit universellen mitochondrialen Cytochrom b-Primern amplifiziert, wobei sich 74 Proben als Wirtstier-DNS-haltig erwiesen. Nach anschließender Amplifikation mit Rinder-spezifischen Cytochrom b-Primern zeigten 52 von ihnen entsprechende Banden in der Gelelektrophorese. Die restlichen 22 Proben wurden sequenziert und zur Wirtstieridentifizierung mit den verfügbaren Sequenzdaten aus Genbank® durch BLASTN® verglichen. Neben dem Rind wurden in 19 Fällen Menschen als Wirte der untersuchten Tsetsefliegen sowie in zwei Fällen Krokodile identifiziert. Eine Probe konnte nicht zugeordnet werden.

Antje Hoppenheit, Stephan Steuber, Burkhard Bauer, Erick Mungube Ouma, Oumar Diall, Karl-Hans Zessin, Peter-Henning Clausen, Wiener klinische Wochenschrift 3/2010

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