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Infektiologie 1. Juli 2010

Candida-Infektionen – Diagnose und Therapie

INHALT

  • Einleitung
  • Diagnostik
  • Therapie
  • Literatur
  • Vorbereitungsfragen zur Facharztprüfung

Einleitung

Seit dem Beginn der 80er Jahre wurde weltweit eine stetige Zunahme in der Inzidenz von invasiven Pilzinfektionen beobachtet, anfangs vor allem durch Candida Spezies, seit den 90er Jahren zunehmend durch Aspergillus-Spezies und andere Schimmelpilzarten. Durch Fortschritte in der antineoplastischen Chemotherapie, Transplantations-und Intensivmedizin ist die Überlebensrate bei immunsupprimierten Patienten deutlich länger als noch vor 20 Jahren, aber somit auch das Risiko höher, an einer invasiven Mykose zu erkranken. Der Hauptanteil der invasiven Mykosen, wird durch Sprosspilze, allen voran Candida-Spezies, verursacht. In einer rezenten multizentrischen prospektiven Studie aus den Vereinigten Staaten von Amerika konnte gezeigt werden, dass Candida-Spezies nach Koagulase-negativen Staphylokokken, Staphylococcus aureus und Enterokokken bereits den 4. häufigsten – aus einer Blutkultur isolierten – Erreger darstellen, was 8–10% aller Blutkulturisolate ausmachte. Vor allem Patienten, mit einem prolongierten Aufenthalt auf der Intensivstation von ≥ 7 Tagen, und Patienten nach solider Organtransplantation haben ein hohes Risiko eine invasive Candida-Infektion zu entwickeln. Eine Ausnahme stellen die Lungentransplantierten und Patienten nach autologer bzw. allogener peripherer Stammzelltransplantation dar, bei denen Aspergillus-Spezies mit etwa 40–60% die häufigsten Pilzerreger waren, wobei Candida-Spezies mit 20–30% bereits an zweiter Stelle lagen. Weltweit gibt es einen Trend in Richtung Anstieg invasiver Candida-Infektionen, bei erheblichem Unterschied zwischen verschiedenen geographischen Regionen und Populationen. Candida albicans ist noch immer führend und für etwas mehr als die Hälfte aller Candida-Infektionen verantwortlich, Candida glabrata für etwa ein Viertel. Andere Non albicans Candida-Spezies, wie Candida tropicalis, Candida parapsilosis oder Candida krusei, haben jedoch in der letzten Dekade an Häufigkeit stark zugenommen. Für Österreich wurde eine analoge Entwicklung, nämlich einerseits eine Zunahme der Candida-Infektionen seit 2001, andererseits eine relative Abnahme der Häufigkeit von C. albicans zugunsten anderer Candida-Arten gefunden. Die Gesamtletalität („crude mortality“) infolge einer Candidämie ist hoch und liegt bei 40–80% mit einer Erreger-spezifischen Letalität („attributable mortality“) von 5–71%.

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