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Infektiologie 1. Mai 2008

Antibiotika-Management in belgischen Krankenhäusern – Ergebnisse einer Erhebung der ABS Internationa

HINTERGRUND: Während die Diskussion, welche Programme zur Verhinderung von Resistenzproblemen in Spitälern die größte Wirkung zeitigen, noch nicht beendet ist, fehlen Daten darüber, welche Programme überhaupt schon implementiert sind. Im Rahmen des Projektes ABS – International wurde eine Umfrage über die Implementierung und die Charakteristika derartiger Antibiotika-Management-Programme in mehreren europäischen Ländern durchgeführt. In dieser Publikation werden die Resultate für Belgien vorgestellt. In Belgien gibt es seit dem Jahr 2002 ein staatlich getragenes Programm zur Entwicklung multidisziplinärer Antibiotika-Management-Arbeitsgruppen. METHODIK: Ein Fragebogen wurde im April und Mai 2007 an die ärztlichen Direktoren, bzw. die Vorsitzenden der Arzneimittelkommissionen aller Akutspitäler Belgiens ausgesandt. Die 39 Fragen umfassten fünf Aspekte des Antibiotika-Managements im betreffenden Spital und mussten nach einem Punktescore von 0 (fehlt) bis 5 (vollständig vorhanden) bewertet werden. ERGEBNISSE: Von 120 Fragebögen wurden 46 (38%) für eine Analyse ausreichend beantwortet. Die Krankenhäuser der retournierten Fragebögen waren über die drei Regionen des Staates gleichmäßig verteilt. Der mittlere Punktescore von 3,75 (Streuung 2,15–4,90) deutet auf das Vorhandensein gut entwickelter AB-Management-Systeme in den meisten Spitälern hin. In über 90% der Häuser sind die wesentlichen strukturellen Ressourcen und Instrumente für ein funktionierendes AB-Management-Programm vorhanden. Besonders hochwertig wurden die Einrichtungen zur mikrobiologischen Diagnostik und der Resistenzerfassung (4,41) eingeschätzt, ebenso als gut bewertet wurden die Erhebung des AB-Verbrauchs (4,16), sowie das Vorhandensein und die Tätigkeit geschulter AB-Beauftragter (3,81). Professionelle Personalentwicklung (3,43) und die Kooperation mit den extramuralen Einrichtungen (2,95) erhielten niedrigere Bewertungen. Für Spitäler, an denen schon länger hauptamtliche AB-Beauftragte tätig waren, waren die Punktezahlen für das allgemeine AB-Management durchwegs höher, nicht aber die für Diagnostik. SCHLUSSFOLGERUNG: In belgischen Spitälern sind AB-Management-Programme gut etabliert, insbesondere in Häusern in denen sie staatlich gefördert werden. Eine Ausweitung der finanziellen und technischen Unterstützung könnte allen Spitälern helfen, auf einem entsprechend hohem Niveau zu arbeiten; Schwerpunkte sollten eine adäquate Förderung der diagnostischen Einrichtungen und der kontinuierlichen Ausbildung von AB-Spezialisten sein.

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