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Husten und Räuspern kann viele Ursachen haben – auch eine Allergie.
 
Immunologie 14. Dezember 2015

Beschwerden im Rachen

Es kann auch eine Allergie sein

Bei chronischem Husten, Heiserkeit und häufigem Räuspern wird oft erfolglos gegen Sodbrennen behandelt. Häufig steckt nämlich etwas ganz anderes dahinter. Auch eine Allergie kann die Ursache für diese Symptome sein.

Wenn die Birke blüht und die Nase läuft, ist eine Allergie sehr wahrscheinlich. Nicht so schnell wird aber bei Patienten mit chronischer Heiserkeit, Husten, Räuspern, Halsweh, Globusgefühl oder exzessiver Schleimproduktion im Hals an eine Allergie gedacht. Viel zu oft werde dann erst einmal gegen einen Reflux behandelt, berichten Ärzte vom Boston University Medical Center. Erst wenn die Patienten darauf nicht ansprechen, werden sie vielleicht zum Allergietest geschickt. Ist dies der Fall, wird aber ähnlich häufig eine Allergie diagnostiziert wie bei Patienten mit Rhinitis oder Sinusitis. Zu diesem Ergebnis kommt eine retrospektive Analyse von knapp 1000 Patienten, die sich aufgrund diverser HNO-Beschwerden einem In-vitro-Allergietest unterzogen hatten. Bei 754 Patienten fanden die Forscher Rhinitis als Primärsymptom und Grund für den Allergietest, bei 202 Sinusitis und bei 27 Laryngitis. Ganz selten, bei 15 Patienten, war eine Otitis media der Grund für den Allergietest.

Nun prüften die Ärzte, wie oft tatsächlich eine Sensibilisierung festgestellt worden war. Am häufigsten zeigten Patienten mit Rhinitis eine positive Reaktion (63 %), gefolgt von solchen mit Sinusitis (61 %). Nicht nennenswert geringer war dieser Anteil mit 52 Prozent bei Patienten mit Laryngitis, dagegen hatte nur ein Drittel der 15 Otitis-Patienten auch tatsächlich eine Allergie. Insgesamt gab es jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Reaktion auf Hausstaubmilben

Mehr als die Hälfte der Betroffenen mit Laryngitis (15 von 27) war zuvor erfolglos gegen Reflux behandelt worden.Neun von 14 Laryngitispatienten mit positivem Allergietest reagierten allergisch auf Hausstaubmilben, sechs auf Gräser, fünf auf Baumpollen. Eine ähnliche Verteilung war auch bei den Rhinitis- und Sinusitispatienten zu beobachten. Wie oft eine Allergie die Ursache laryngo-pharyngealer Beschwerden ist, ließ sich zwar nicht ermitteln, da nicht vorliegt, wie oft Ärzte bei Laryngitis primär einen Allergietest veranlassten. Die Forscher gehen aber davon aus, dass bei Kehlkopfbeschwerden noch immer zu oft ein Reflux und zu selten eine Allergie diagnostiziert wird.

Springer Medizin

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