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Immunologie 21. Februar 2014

Häufige Infektionen als Warnsignal

Mit dem Ziel mehr Aufmerksamkeit für primäre Immundefekte zu wecken, wurde Ende der 80er Jahre in den USA die Jeffrey Modell Stiftung (JFM) gegründet - benannt nach dem 1987 im Alter von 15 Jahren verstorbenen Sohn von Vicky und Fred Modell. Mit der Eröffnung des ersten JFM-Zentrums in Österreich Ende Jänner will man das internationale Netzwerk der Stiftung für den seit zehn Jahren an der MedUni Wien bestehenden Forschungsschwerpunkt nutzen.

Der eher geringe Aufmerksamkeitsgrad für primäre Immundefekte (pID) führt immer noch zu einer verspäteten Diagnose. Die damit verbundenen zahlreichen schweren Infektionen bei den Betroffenen beeinträchtigen die Lebensqualität stark und sind mit einem erhöhten Komplikations- und Mortalitätsrisiko verbunden. pID stellen eine vielfältige Gruppe von Erkrankungen dar, denen die gestörte Immunfunktion des Organismus gemeinsam ist. In Österreich sind 300 Personen mit klinisch relevanten Formen in medizinischer Betreuung. Die Dunkelziffer dürfte beträchtlich sein.

„Die JMF ist extrem erfolgreich und verfügt über ein weltweites Netzwerk, das die Bewusstseinsbildung aber auch die Verfügbarkeit von klinischer Labordiagnostik fördert“, stellt Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Förster-Waldl, Ambulanz für Störungen der Immunabwehr der MedUni Wien, fest. So konnte in den USA 2012 ein flächendeckendes Neugeborenenscreening auf pID etabliert werden - finanziert durch die Jeffrey Modell-Stiftung. Diesbezügliche Bestrebungen gibt es auch in Österreich.

Die Finanzierung des JMF-Zentrums in Wien ist durch die Firma Octapharma für die kommenden drei Jahre sichergestellt.

Quelle: Kick-Off Jeffrey Modell Diagnostic and Research Center Vienna, 24. - 25. 1. 2014, Wien

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