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Hepatologie 23. April 2015

Interferonfreie Therapie bei Hepatitis C

In der klinischen Praxis angekommen

Interview mit Univ.-Prof. Dr. Rudolf Stauber, Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Medizinische Universität Graz

Zum achten Mal standen Mitte Jänner in Paris aktuelle Ergebnisse und Fragen bei der Hepatitis Conference zu Diskussion. Breiten Raum nahmen dabei die neuen Therapieregime für die Hepatitis C ein, die nun auch ohne das nebenwirkungsreiche Interferon auskommen und Heilungsraten von 90 und mehr Prozent ermöglichen.

Welches waren die Highlights bei der Paris Hepatitis Conference hinsichtlich Hepatitis C?

Stauber: Als Highlight ist sicher die Präsentation von Daten außerhalb von klinischen Studien, sogenannten Real World Data, zu nennen, die mit den neuen Interferon freien Hepatitis C-Therapien gewonnen wurden. Diese Untersuchungen zeigen, dass die Anwendung dieser Therapien in der klinischen Praxis zu genauso guten Ergebnissen wie in den Studien geführt hat. Die Heilungsraten lagen hier durchwegs um die 90 Prozent und auch darüber. Im Bereich der Hepatitis C lag der Fokus der Konferenz praktisch nur auf Interferon freien Regimen, die nun den neuen Standard der Behandlung darstellen. Dabei  gibt es natürlich auch noch viele offene Fragen, die bei der Konferenz beleuchtet wurden. Ebenfalls sehr interessant war die Darstellung  der unterschiedlichen Versorgungssituation in verschiedenen europäischen Ländern. Ein Problem dieser neuen interferonfreien Therapien ist der Kostenfaktor. Da die Medikamente sehr teuer sind, können sie nicht für jeden Patienten bezahlt werden. Während die neuen Therapien in Frankreich bereits für den Großteil der Patienten zur Verfügung gestellt werden, bietet Großbritannien mit der Kontingentierung der Patientenzahl ein Negativbeispiel. In manchen ehemaligen Ostblockländern wie Polen sind interferonfreie Therapien noch kaum verfügbar. In Österreich geht es uns dagegen recht gut.

 

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