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Hepatologie 25. November 2014

Sternzellen sind Stammzellen

Bislang waren die Sternzellen der Leber nur als Verursacher der Leberfibrose bekannt. Nun stellt sich heraus, dass sie geschädigtes Lebergewebe regenerieren können.

Die Leber besitzt ein hohes Potenzial zur Regeneration. Dieses hohe Heilungsvermögen wird vor allem durch eine Zellteilung der eigentlichen Leberzellen, der Hepatozyten, getragen. Sofern dieser Heilungsprozess gestört ist, treten vermehrt Stammzellen in der Leber auf, deren Herkunft bislang rätselhaft war. Nun wurde durch eine Düsseldorfer Arbeitsgruppe eine neue Stammzelle der Leber identifiziert.

Die Stammzelle war bereits als sogenannte Sternzelle bekannt, doch wurde sie bislang nur mit chronischen Erkrankungen der Leber in Verbindung gebracht und als Verursacher der Leberfibrose angesehen. Transplantationsexperimente zeigten dagegen, dass die Sternzellen in Empfängertieren mit geschädigter Leber wesentlich an der Wiederherstellung des Lebergewebes über eine Bildung verschiedener Zelltypen mitwirken können. Sternzellen wurden nach ihrer Transplantation auch im Knochenmark von Empfängertieren gefunden und zeigten eine außerordentliche Ähnlichkeit mit den dort auftretenden mesenchymalen Stammzellen.

Diese Erkenntnisse tragen nicht nur zu einem besseren Verständnis regenerativer Prozesse in der Leber bei, sondern ermöglichen auch die Entwicklung neuer Verfahren zur Behandlung von Patienten mit chronischen Erkrankungen der Leber. Darüber hinaus gibt es auch vielversprechende Ansätze der Arbeitsgruppe zur Herstellung von Leberersatzgewebe aus isolierten Sternzellen sowie mesenchymalen Stammzellen des Knochenmarks, die zukünftig eine Alternative zu Organspenden darstellen könnten.

Kordes C et al.: J Clin Invest 2014; online 17. November

Universität Düsseldorf, Ärzte Woche 48/2014

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