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Hepatologie 1. September 2011

Multiple Leberherde und Eosinophilie – ein Fallbericht einer Fasciola hepatica-Infektion

Die Fasziolose ist eine Krankheit, die durch Fasciola hepatica (Großer Leberegel) verursacht wird. Die anfänglichen klinischen Beschwerden sind in der Regel unspezifisch und weisen nicht immer auf eine parasitologische Ursache hin. Auch nach Ausbildung von Leberherden stellen sich klinisch unterschiedliche Differentialdiagnosen, wobei die seltene Ursache eines Parasitenbefalls nicht immer mit einbezogen wird. Wir stellen den Fall eines 41-jährigen Patienten vor, der wegen wochenlang anhaltender Übelkeit, Oberbauchschmerzen, Müdigkeit und Nachtschweiß im November 2010 im Hanusch-Krankenhaus in Wien stationär aufgenommen wurde. Auswärtige Befunde des Patienten (Gastroskopie, Lungenröntgen, Lungenfunktionstest) zeigten keine Auffälligkeiten. In der Computertomographie des Abdomen stellten sich multiple, bis zu 4,5 cm durchmessende Rundherde in der Leber als auch mehrere 3 mm große Raumforderungen bilateral in der Lunge dar. Im Labor waren eine Leukozytose mit einer Eosinophilie, erhöhte Blutsenkung, Leberwerte und IgE auffällig. Wegen des Verdachts auf eine mögliche maligne Grunderkrankung wurde eine Leberbiopsie geplant, die jedoch nach Vorliegen der parasitologisch-serologischen Untersuchungsergebnisse wieder abgesetzt wurde: Im Serum des Patienten konnten spezifische Antikörper gegen F. hepatica-Antigen festgestellt werden. Ein kurz zurückliegender Auslandsaufenthalt in der Türkei mit Genuss von Vegetabilen, die mit Wasser aus dem lokalen Fluss bewässert und gewaschen worden waren, machte eine Infektion mit F. hepatica auch anamnestisch sehr wahrscheinlich. Trotz des hohen Antikörperspiegels konnten im Stuhl bzw. in der Duodenalflüssigkeit keine Eier von F. hepatica nachgewiesen werden. Der Patient wurde mit insgesamt 2000 mg Triclabendazol (Egaten®) über 2 Tage behandelt. Schon bei der ersten Kontrolle, ein Monat nach der Therapie, war der Patient klinisch beschwerdefrei und die Eosinophilie im Blutbild deutlich rückläufig.

Eva Trifina, Johannes Spenger, Shahin Zandieh, Jörg Haller, Herbert Auer, Christian Österreicher, Klaus Klaushofer, Peter Mikosch, Wiener Medizinische Wochenschrift 17/18/2011

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