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Gastroenterologie 3. Februar 2015

Effect of proton pump inhibitors on gastric pH in patients exposed to severe stress

Background: The incidence of upper gastrointestinal bleeding from stress ulcers has decreased within the last 30 years. Improvements in intensive care medicine including advanced equipment for artificial ventilation, better sedoanalgesic therapies, and the use of stress ulcer prophylaxis are credited for the decline.

Objectives: To determine the effectiveness of proton pump inhibitors (PPIs) on gastric pH in patients exposed to a defined severe stress situation during a specified time period.

Methods: Prospective open study in a tertiary community hospital. A high dose (80 mg bolus followed by 8 mg/h) of either pantoprazol or omeprazol was infused in 17 patients with opiate dependence who were undergoing ultra-rapid opiate withdrawal by barbiturate anesthesia.

Results: Gastric pH did not change significantly in the majority of patients (mean pH 1.2 ± 0.9 immediately before, 1.5 ± 1.6 at 60 min after, and 1.3 ± 1.5 at 120 min after PPI infusion began). Gastric pH increased temporarily in two of the nine patients receiving omeprazol. In two of the eight patients, pantoprazol led to a late but sustained increase in gastric pH (pH 3.9 and 6.0 at 120 min post infusion).

Conclusion: High doses of PPIs are ineffective in elevating gastric pH in patients exposed to severe stress such as ultra-rapid opiate detoxification. Therefore, adequate sedoanalgesia might be the main factor responsible for preventing stress-related bleeding in critically ill patients.

Zusammenfassung

Grundlagen: 75–100 % der schwerstkranken Intensivpatienten entwickeln innerhalb der ersten 24 Stunden nach Aufnahme an der Intensivstation Stress-bedingte Läsionen in der Magenschleimhaut. Eine klinisch relevante Blutung als Folge dieser Läsionen ist jedoch selten, die Häufigkeit hat seit der Erstbeschreibung 1969 massiv abgenommen. Diese Abnahme Stress-bedingter Blutungen dürfte einerseits durch die bessere Sedoanalgesie, bessere Kreislauftherapie und frühzeitige enterale Ernährung, andererseits durch die Einführung einer Stressulkusprophylaxe mit Unterdrückung der Säureproduktion bedingt sein. Die längerfristige Gabe von Säureblockern ist jedoch auch mit relevanten Nebenwirkungen, wie vermehrtes Auftreten nosokomialer Pneumonien und Clostridium difficile Infektionen, verbunden. In letzter Zeit wurde der Sinn einer Stressulkusprophylaxe mit Säureblocker in Frage gestellt, da durch eine enterale Ernährung per se ein gleich hoher Schutz vor Stressblutungen gefunden werden konnte. Unklar ist weiters, ob die zur Verfügung stehenden Säureblocker bei massivsten Stresssituationen überhaupt in der Lage sind, eine effektive Blockade der Säureproduktion zu erzeugen.

Methodik: In einer prospektiven offene Studie untersuchten wir die Wirkung einer hochdosierten Protonenpumpenblockertherapie (80 mg Omeprazol oder Pantoprazol gefolgt von 8 mg/h intravenös) auf den Magensaft pH bei Patienten unter massiver Stresssituation im Rahmen einer Opiatdetoxifikation. Die Opiatdetoxifikation wurde durch eine hochdosierte Gabe von Naloxon intravenös durchgeführt.

Ergebnisse: Die Gabe von hochdosierten Protonenpumpenblockern führte zu keiner signifikanten Änderung des Magensaft pH (mittlerer pH 1,2 ± 0,9 vor, 1,5 ± 1,6 60 Minuten nach, und 1,3 ± 1,5 120 Minuten nach Beginn der Protonenpumpenblockergabe).

Schlussfolgerungen: Eine hochdosierte Protonenpumpenblockertherapie führt zu keiner Erhöhung des Magensaft pH Wertes bei Patienten, die einer extremen Stresssituation ausgesetzt sind. Dies deutet auf die Wichtigkeit der adäquaten Sedoanalgesie als wichtige Maßnahme zur Stressulkusprophylaxe hin.

 

Prof. Dr. Kurt Lenz, Robert Buder, Fritz Firlinger, Gerald Lohr, Martin Voglmayr, Wiener klinische Wochenschrift 1/2/2015

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