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Gastroenterologie 26. Jänner 2015

Mikrobiom des Darms: Einfluss und Folgen

Die Rolle der komplexen bakteriellen Besiedelung des Darms für die Gesundheit des Menschen hat vielfältige Auswirkungen. In immer neuen Zusammenhängen wird ein Einfluss von Störungen in diesem Mikrobiom festgestellt.

Zahlreiche äußere wie innere Störungen des Organismus wirken ihrerseits auf das Mikrobiom ein und bringen das System aus dem Gleichgewicht. Ende vergangenen Jahres stand die Bedeutung des Mikrobioms auch im Mittelpunkt des 10. Internationalen Symposiums „Probiotika in Prävention und Therapie – 2014“ in Wien.

Chronische Infektionen nehmen zu, verantwortlich dafür sind unter anderem, so Dr. Markus Pfisterer aus Heilbronn, zunehmende Resistenzbildung der pathogenen Bakterien, angeborene oder erworbene Immundefekte und Störungen des intestinalen Mikrobioms, die zu Immundefiziten führen. Um wiederholte antibiotische Behandlungen und zu vermeiden – und den Teufelskreis damit zu unterbrechen – ist die Wiederherstellung der körpereigenen Abwehrsysteme die dringlichste Maßnahme.

Leber und Darm im Fokus

Aber auch die Leberleistung wird durch mikrobielle Veränderungen beeinflusst, berichtete Dr. Vanessa Stadlbauer-Köllner von der Medizinischen Universität Graz. Eine – derzeit in Auswertung befindliche – Studie zeige einen klaren Trend hinsichtlich eines positiven Zusammenhangs zwischen der Anwendung eines Multispezies-Synbiotikums und einer verbesserten Funktion der Leber.

Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist die Bedeutung der mikrobiellen Flora allgemein anerkannt. Die Mukusschicht als Barriere zwischen Darmepithel und luminalen Erregern ist etwa bei der Colitis ulcerosa im Gegensatz zu gesunden Individuen ausgedünnt und biochemisch verändert. Eine Stimulation des schützenden angeborenen Immunsystems stellt eine Therapiehoffnung der Zukunft dar.

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