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Gastroenterologie 5. August 2014

Schwere Clostridium difficile Infektionen – Inzidenz und Risikofaktoren an der Universitätsklinik Wien

Grundlagen

Clostridium difficile ist zu einem der wichtigsten nosokomialen Erreger infektiöser Diarrhoe in Industriestaaten geworden. In Canada, den USA und Europa findet sich eine rasch steigende Inzidenz von C. difficile Infektionen (CDI) und mit dieser ein Anstieg von schweren Erkrankungsverläufen.

Methodik

Von 1. Jänner bis 31. Dezember 2012 wurden im Rahmen einer retrospektiven Kohortenstudie im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien – Medizinische Universitätsklinik alle mikrobiologisch gesicherten C. difficile Toxin positive Fälle eingeschlossen, ribotypisiert und ihr klinischer Verlauf analysiert.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 278 PatientInnen mit CDI in die Studie aufgenommen. Es zeigte sich eine Gesamt-CDI Inzidenz von 5,23 pro 10.000 PatientInnentagen. Ein schwerer CDI Verlauf fand sich bei 84,5 % (235/278) der CDI Fällen, wenn die European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID) Kriterien angewandt wurden. Zieht man die Kriterien der Society for Healthcare Epidemiology of America and the Infectious Diseases Society of America (SHEA/IDSA) heran, so konnten nur 16,5 % (46/278) der CDI Fälle als schwer charakterisiert werden. Dies entspricht einer jeweiligen Inzidenz an schweren CDI Fälle von 4,41 und 0,86 pro 10.000 PatientInnentage nach ESCMID und SHEA/IDSA. Multivariate Analysen zeigten nur einen Co- Morbiditätsindex von ≥ 3 (p = 0,013) als unabhängiger Risikofaktor für eine schwere CDI. In dieser Studienpopulation konnte kein Zusammenhang zwischen dem „hypervirulenten“ Ribotyp 027 und Schwere oder Clustering beobachtet werden.

Schlussfolgerungen

Bei PatientInnen, die bereits bei der Aufnahme einen Charlson Co-Morbiditätsindex von ≥ 3 haben, sollte die Notwendigkeit jedes Antibiotika Einsatzes besonders kritisch abgewogen werden. SHEA/IDSA Kriterien führten zu einer strikteren Einteilung schwerer CDI Fälle als die europäischen ESCMID Kriterien in unserem Patientenkollektiv an der Universitätsklinik Wien.

Peter Starzengruber, Luigi Segagni Lusignani, Thomas Wrba, Dieter Mitteregger, Alexander Indra, Prof. Wolfgang Graninger, Elisabeth Presterl, Magda Diab-Elschahawi, Wiener klinische Wochenschrift 13/14/2014

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