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Gastroenterologie 10. Dezember 2013

Anorektales malignes Melanom in einem Hämorrhoidalknoten: ein diagnostisches und therapeutisches Problem

Das anorektale maligne Melanom (ARMM) ist ein sehr seltener Tumor, der häufig fehldiagnostiziert und -behandelt wird bis es zur Metastasierung kommt. Das klinische Mimikry von Hämorrhoiden ist eine solche recht gut bekannte Situation. Wir berichten über einen männlichen Patienten mit einem Hämorrhoidalknoten, der ab die Poliklinik für Dermatologie mit der Diagnose eines Pruritus ani überwiesen wurde. Bei der klinischen Untersuchung fand sich eine dunkle Makel auf einem der Hämorrhoidalknoten, der sich histologisch als Melanom herausstellte. Nachfolgende CT- und PET/CT-Diagnostik zeigte einen Lymphknotenbefall. Der Patient wurde mit einer ausgedehnten Lokalresektion und nachfolgend mit abdominoperinealer Resektion behandelt. Die Seltenheit des ARMM ist Ursache dafür, dass noch kein validiertes Staging-System, plazebo-kontrollierte Therapiestudien und Therapieleitlinien etabliert wurden. Die derzeitige Behandlung besteht in der chirurgischen Exzision – je nach Stadium der Erkrankung und Invasionstiefe des Tumor mit verschiedenen Techniken. Die Prognose ist ernst und die Gesamtüberlebensrate gering. Allerdings geben neue genetische Untersuchungen Anlass zur Hoffnung bezüglich zielgerichteter Therapieansätze. Die Kenntnis des ARMM ist unverzichtbar, denn nur eine frühzeitige Diagnosestellung kann die Überlebensrate sowie die Lebensqualität der Patienten verbessern.

Univ. Doz. Dr. med. Georgi Tchernev, Kristina Semkova, Stanislav Philipov, Radoswet Gornev, Julian Ananiev, Uwe Wollina, Wiener Medizinische Wochenschrift 21/22/2013

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