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Einige Antiosteoporotika wirken sich positiv auf die Bruchheilung aus.
 
Endokrinologie 12. September 2014

Kallusbildung und Mineralisation

Medikamente gegen Osteoporose lassen Brüche besser heilen.

Oft besteht bei Unfallchirurgen die Sorge, dass die Gabe von Osteoporose-Medikamenten im Kontext der Frakturversorgung die Einheilung gefährden könnte. Dies ist nicht der Fall, wie im Rahmen einer Sitzung zur Alterstraumatologie deutlich wurde. Die Effekte der Medikamente unterscheiden sich allerdings.

Prinzipiell sind keine negativen Effekte von Osteoporose-Medikamenten auf die Knochenheilung beschrieben. Zu diesem Ergebnis kam zumindest ein Review bedeutender Osteologen, über den Prof. Dr. Philipp Drees, Zentrum für Unfallchirurgie und Orthopädie am StiftungsKlinikum Mittelrhein in Koblenz, auf der Frühjahrstagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen (VSOU) berichtete. Demnach ist für einige Medikamente sogar von einem positiven Effekt auszugehen.

Für Bisphosphonate ist in Studien eine vermehrte Kallusbildung und Mineralisation, ein verringertes Kallusremodeling und eine gesteigerte mechanische Festigkeit beschrieben – so das Fazit des Reviews. Ihre lokale oder systemische Gabe steigere möglicherweise die Implantat-Fixierung.

Negative Effekte auf die Frakturheilung sind zudem weder unter Denosumab noch für Raloxifen beobachtet worden. Wegen der sehr guten Compliance bei zweimal jährlicher subkutaner Gabe sei Denosumab gerade bei hochbetagten Patienten in dieser Situation sehr sinnvoll und effektiv, wie Drees ausführte.

Die besten Daten zur Frakturheilung liegen nach Angaben des Osteologen allerdings für Teriparatid vor. „Es fördert die Kallusbildung, verbessert die mechanische Festigkeit, die Mineralisierung und die Knochendichte, was insgesamt für eine verbesserte klinische Frakturheilung spricht.“ Auch wenn es nicht für die Frakturheilung zugelassen sei, würden die Krankenkassen die Therapie meist übernehmen, wenn es sich um eine sehr schwere Osteoporose mit der Gefahr von Refrakturen handele.

Auch für Strontiumranelat liegen positive Daten vor. Sie belegen eine verbesserte Knochen-Mikroarchitektur, gesteigertes Kallusvolumen und verbesserte biomechanische Eigenschaften. Drees selbst setzt es unter Berücksichtigung des Rote-Hand-Briefes regelmäßig für eine verbesserte Frakturheilung ein.

Originalpublikation: Goldhahn J et al.: Calcif Tissue Int 2012; 90 (5): 343–353

springermedizin.de, Ärzte Woche 38/2014

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