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Diabetologie 30. Mai 2016

Psychische Erkrankungen und Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist häufig mit psychischen Erkrankungen assoziiert. Depressive Störungen kommen bei diabetischen PatientInnen doppelt so häufig vor wie in der nicht-diabetischen Population. Andere psychische Erkrankungen, die gehäuft mit Prädiabetes und Diabetes mellitus vorkommen, sind kognitive Dysfunktionen bis zur Demenz, auffälliges Essverhalten, Angststörungen, Schizophrenie, bipolare Störungen und Borderline -Persönlichkeitsstörungen. Die ungünstigen Auswirkungen dieser Koinzidenz auf den Stoffwechsel sind nachhaltig und manifestieren als schlechtere metabolische Kontrolle und vermehrte mikro- und makroangiopathische Komplikationen. Ziel dieses Positionspapieres ist sowohl die Sensibilisierung aller involvierten medizinischen FachkollegInnen sowie sonstiger mit dem Thema befasster Berufsgruppen und Organisationen als auch die Intensivierung der komplexen therapeutischen Interventionen bei PatientInnen. Positive Auswirkungen wären die Verringerung der Inzidenz von Diabetes mellitus bei PatientInnen mit psychischen Erkrankungen, die konsekutive Reduktion von Spätfolgen, insbesondere der kardiovaskulären Morbidität und Mortalität sowie eine verbesserte Lebensqualität der Betroffenen.

Summary

Psychiatric disorders and psychological problems are common in patients with diabetes mellitus. There is a twofold increase in depression which is associated with suboptimal glycemic control and increased morbidity and mortality. Other psychiatric disorders with a higher incidence of diabetes mellitus are cognitive impairment, dementia, disturbed eating behaviour, anxiety disorders, schizophrenia, bipolar disorders and borderline personality disorder. The coincidence of mental disorders and diabetes mellitus has unfavourable influences on metabolic control and micro- and macroangiopathic late complications. Improvement of therapeutic outcome is a challenge in the modern health care system. The intentions behind this position paper are to rise awareness of this special set of problems, to intensify cooperation between involved health care providers and to reduce incidence of diabetes mellitus as well as morbidity and mortality from diabetes in this patient group.

Heidemarie Abrahamian, Alexandra Kautzky-Willer, Angelika Rießland-Seifert, Peter Fasching, Christoph Ebenbichler, Peter Hofmann, Hermann Toplak, Wiener klinische Wochenschrift S2/2016

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