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Diabetologie 30. Mai 2016

Exokrine Pankreasinsuffizienz und Diabetes mellitus

Die exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) bei Diabetes-Patienten ist häufig und die ursächlichen Zusammenhänge sind wechselnd, wobei sowohl Erkrankungen des exokrinen als auch des endokrinen Pankreas auslösend sein können. Auf Basis der fäkalen Elastase-1 erhobene Studiendaten beschreiben Prävalenzen von 10‒30 % mit schwerer und 22‒56 % mit moderater EPI bei Patienten mit Typ 1 Diabetes sowie Raten von 5‒46 % bei Patienten mit Typ 2 Diabetes. Allerdings berichten nicht alle Patienten über die klassischen Symptome mit Durchfällen, Steatorrhoe und Gewichtsabnahme. Die invasive Diagnostik ist der heute kaum mehr verfügbare Goldstandard. Unter den nicht-invasiven Tests weist die Bestimmung der Elastase-1 im Stuhl die höchste Sensitivität und Spezifität auf. Die Testung auf fäkale Elastase-1 sollte bei allen symptomatischen Patienten durchgeführt werden. Differentialdiagnostisch sind unter anderem Erkrankungen wie Zöliakie (betrifft ca. 3–5 % aller Patienten mit Typ 1 Diabetes) und autonome Neuropathien des Magen-Darm-Traktes, aber auch Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom und gastrointestinale Karzinome zu berücksichtigen. Symptomatische Patienten mit einer fäkalen Elastase-1 < 100 µg/g sollten mit Pankreasenzymen in ausreichender Dosierung adäquat therapiert werden. Die Therapie verbessert die Symptomatik signifikant, die Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen wird normalisiert, das Osteoporoserisiko positiv beeinflusst. Eine Verbesserung der diabetischen Stoffwechsellage lässt sich hingegen nicht in allen Studien dokumentieren.

Ein pankreopriver, auch als Typ 3c bezeichneter Diabetes, muss nicht zwangsläufig mit Insulin behandelt werden, auch eine Behandlung mit oralen Diabetespräparaten ist – zumindest initial – oft ausreichend.

Summary

Exocrine pancreatic insufficiency (EPI) in diabetic patients is frequent. Studies based on fecal elastase-1 measurement give prevalence rates of 10‒30 % of severe and 22‒56 % of moderate EPI in type 1 and rates of 5‒46 % in type 2 diabetic patients. Nevertheless, not all patients report typical symptoms like diarrhea, steatorrhea and weight loss. For noninvasive testing the determination of fecal elastase-1 has the highest sensitivity and specificity. This test should be performed at least in all symptomatic patients. As differential diagnosis celiac disease (with a prevalence of about 3–5 % of type 1 diabetic patients), autonomic neuropathy, but also diseases like irritable bowel syndrome and gastrointestinal tumors have to be taken into account. Patients with symptoms and a fecal elastase-1 < 100 µg/g should be treated with pancreatic enzymes in adequate daily doses administered at main meals. Treatment improves symptoms significantly, supply with fat soluble vitamins is normalised, risk for osteoporosis is reduced. However, improvement of glucose metabolism has not been demonstrated consistently. A pancreatogenic diabetes, also termed as type 3c diabetes, has not necessarily to be treated with insulin, often—at least initially—treatment with oral antidiabetic drugs is sufficient.

Raimund Weitgasser, Heidemarie Abrahamian, Martin Clodi, Sandra Zlamal-Fortunat, Heinz Hammer, Wiener klinische Wochenschrift S2/2016

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