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Diabetologie 8. Juni 2015

Noch nichts für 50 plus

Diabetes-Apps bringen für ältere Diabetes-Typ-2-Patienten wenig Nutzen.

Generell wird im Gesundheitswesen davon ausgegangen, dass Apps helfen, die Compliance zu erhöhen. Wissenschaftler haben nun Diabetes-Patienten, die 50 Jahre oder älter sind, Apps für ihre Erkrankung testen lassen. Das Ergebnis: Vor allem an der Bedienbarkeit hapert es.

Weltweit leiden etwa 387 Millionen Menschen zwischen 20 und 79 Jahren unter Diabetes Typ 1 oder Typ 2, der Großteil davon, vor allem jene, die an Typ 2 erkrankt sind, ist älter als 50 Jahre. Daher sollten elektronische Unterstützungsmöglichkeiten speziell in dieser Altersgruppe gut anwendbar sein. Das Problem: Die Apps, die es via Smartphone oder Tablet Diabetes-Patienten leichter machen sollen, ihre Blutzuckerwerte im Griff zu behalten oder bei der Therapie zu bleiben, sind oft nicht auf diese Zielgruppe ausgerichtet. Madlen Scheibe et al. von der Medizinischen Fakultät der TU Dresden haben daher die Akzeptanz von Diabetes-Apps bei älteren Diabetes-Patienten und die Gründe, warum diese so viel seltener die Gesundheits-Apps nutzen, analysiert.

Die insgesamt 32 Teilnehmer testeten zwei Apps, die unter den Top Ten der am häufigsten installierten Diabetes-Apps sind und mehrere Funktionen in einem Programm verbinden. Obwohl 34 Prozent der Teilnehmer sehr interessiert an und 53 Prozent zumindest offen für neue Technologien sind, bemängelten etwa 90 Prozent, dass die Apps generell nicht intuitiv bedienbar seien.

Zusätzlicher Nutzen fehlt

Zwei Drittel fühlten sich unsicher bei der Navigation durch das Menü. Etwa ein Drittel bemängelte, dass irrelevante Features enthalten seien. Während 38 Prozent wichtige Funktionen für die Behandlung – wie die Möglichkeit, Polypharmazie oder Mehrfacherkrankungen über die App managen zu können – vermissten und ebenfalls 38 Prozent angaben, nicht erkennen zu können, wo neue Daten – etwa zur Medikation - innerhalb der App angezeigt und gespeichert werden. Fast jeder zweite Test-Patient fand insgesamt in den Apps keinen zusätzlichen Nutzen zur regulären Therapie.

Originalpublikation: Madlen Scheibe et al. Acceptance Factors of Mobile Apps for Diabetes by Patients Aged 50 or Older: A Qualitative Study, in: Med. 2.0 2015; 4(1):e1

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