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Diabetologie 15. Dezember 2014

Urlaubs-Tipps für Diabetiker

Darauf sollten Menschen mit Diabetes achten, wenn sie in ferne Gefilde aufbrechen.

Der Wechsel von Zeitzonen, Hitze und direkte Sonneneinstrahlung wirken sich auf Blutzucker und Medikamente aus. Besondere Aufmerksamkeit ist vor der ersten Nacht im Ausland angebracht.

„Patienten sollten frühzeitig in Erfahrung bringen, ob im Ausland alle nötigen Arzneien verfügbar sind“, rät PD Dr. Erhard Siegel, Präsident der DDG. Informationen für Diabetiker auf Reisen gibt es zum Beispiel unter http://bit.ly/165SJpT oder bei einer reisemedizinischen Beratung.

• In jedem Fall sollten Diabetiker ausreichend Insulin, Pens, Pumpenzubehör, Spritzen, Teststreifen oder blutzuckersenkende Medikamente mitnehmen. „Als Richtwert empfehlen wir den zwei- bis dreifachen Bedarf“, sagt Siegel in einer DDG-Mitteilung.

• Ein mehrsprachiger Diabetikerausweis, der die nötigen Arzneien auflistet, erspart oft Ärger mit dem Zoll. Ärzte sollten den Patienten attestieren, dass das Mitführen von Insulinspritzen notwendig ist.

• Traubenzucker und Glukosespritze können bei Hypoglykämien lebensrettend sein. Beides sollte griffbereit sein und im Handgepäck verstaut werden. In Bus, Bahn oder Flugzeug ist es zudem ratsam, den Blutzucker alle drei Stunden zu messen und regelmäßig zu trinken.

Auf die Zeitverschiebung achten

• Wer in andere Zeitzonen fliegt, muss mit einer Verschiebung des biologischen Rhythmus rechnen. Anzeichen eines „Jetlags“ – etwa Konzentrationsschwäche oder Müdigkeit – können leicht mit einer aufziehenden Hypoglykämie verwechselt werden. Dann unbedingt den Blutzucker kontrollieren!

• Bei Reisen nach Westen wird der Tag länger: Insulinpflichtige Diabetiker sollten mit zusätzlichen Mahlzeiten die Zeit bis zum Schlafengehen oder Abendessen überbrücken.

• Bei Reisen nach Osten verkürzt sich der Tag. Dann kann die Dosis des Mischinsulins zum Abendessen oder des Langzeitinsulins zum Schlafengehen leicht reduziert werden, da ja die Injektionszeiten durch die Zeitverschiebung enger zusammenliegen. Faustregel: Pro Zeitzone gen Osten kann die Insulinmenge um ein 24stel reduziert werden, bei sechs Zeitzonen also um ein Viertel. Typ-2-Diabetiker, die Tabletten einnehmen, klären am besten mit dem behandelnden Diabetologen, wie sie die „gewonnene“ oder „verlorene“ Zeit überbrücken können.

• Starke Hitze und Sonneneinstrahlung am Urlaubsort beschleunigen die Insulinwirkung, das Hypoglykämie-Risiko steigt. Nach dem Essen kommt es wiederum oft zu besonders starkem Blutzuckeranstieg. Der Blutzucker sollte unbedingt am ersten Abend vor dem Schlafengehen bestimmt werden. Die größte Gefahr einer Hypoglykämie besteht in der ersten Nacht.

• Insulin kann bei hohen Temperaturen seine Wirksamkeit verlieren, bei Glukagon verringert sich die Haltbarkeit. Die Präparate sollen deshalb nicht bei mehr als 40 Grad gelagert werden. Angebrochenes Insulin behält bei Zimmertemperatur seine Wirkung über vier Wochen. Auch für Teststreifen und Blutzuckermessgeräte gilt: nicht der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen – bei großer Hitze droht Funktionsverlust.

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