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Innere Medizin 1. Juni 2006

Tollwut: Epidemiologie, prä- und postexpositionelle Immunisierung

Durch den Einsatz der Fuchsköderimpfung wurde epizootische Tollwut in Österreich Mitte der Neunzigerjahre erfolgreich eliminiert. Daraus ergab sich, dass Fragestellungen rund um den Komplex der Epidemiologie und der prä- und postexpositionellen Prophylaxe in Folge des Wegfalls von Akutfällen in Österreich seltener wurden und das Wissen um dieses Thema geringer wurde. Andererseits ist der wissenschaftliche Kenntnisstand um die Tollwutschutzimpfung bei Tier und Mensch in den letzten 10 Jahren erheblich gewachsen. Entscheidend für die Notwendigkeit, sich mit dem Themenkreis der Tollwut auseinanderzusetzen ist aber die Tatsache, dass interkontinentale Reisen in tollwutendemische Länder sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt haben. Die Zahl tollwutsuspekter Tierkontakte ist heute etwa dem dortigen Typhusrisiko des Reisenden vergleichbar. Dazu kommt, dass tollwutendemische Länder der EU beigetreten sind und dass häufig Reisen oder berufliche Aufenthalte in den neuen Mitgliedsländern stattfinden. Rückkehrende Reisende mit tollwutverdächtigen Verletzungen aus entfernten endemischen Destinationen, aber auch aus endemischen Nachbarländern, können heute wieder praktisch jeden Arzt mit der Fragestellung der prä- und postexpositionellen Prophylaxe konfrontieren. Die heute anerkannten Richtlinien, internationale und nationale Empfehlungen werden daher vorgestellt und eine Hilfestellung für den niedergelassenen Arzt ausgearbeitet, die die Einordnung des individuellen Falles ermöglicht und die situationsangepasste Behandlung korrekt auflistet. Damit wird sowohl ein zu häufiges Immunisieren vermieden, als auch der korrekte Einsatz von spezifischem Rabiesimmunglobulin festgelegt.

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