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Innere Medizin 1. Mai 2006

3D konformale Radiotherapie des lokalisierten Prostata-Karzinoms im Rahmen einer Deutsch-Österreichi

HINTERGRUND: In der 3 dimensionalen Radiotherapie des lokalisierten Prostatakarzinoms wird zur Fixierung der Prostata und zur Verminderung der Strahlendosis an der Rektumhinterwand ein Rektumballon verwendet. Ziel dieser Studie war die Evaluierung der klinischen Anwendbarkeit eines Rektumballonkatheters, dessen Patientenakzeptanz und Untersuchung des Einflusses von akuten rektalen Nebenwirkungen und prätherapeutisch detektierten Hämorrhoiden auf die Ballonverträglichkeit. MATERIAL UND METHODE: 442 Patienten mit lokalisiertem Prostatakarzinom wurden im Rahmen einer prospektiven österreichisch-deutschen Multicenter-Studie evaluiert. Die Gesamtherddosis betrug 70 bzw. 74 Gray. Die Ballonverträglichkeit (1. Keine Beschwerden; 2. Schmerzen bei/während der Applikation; 3. Zeichen von Blut am Ballonkatheter nach Applikation ohne Schmerzen; 4. Zeichen von Blut am Ballonkatheter nach Applikation und Schmerzen; 5. Abbruch der Ballonapplikation) und akuten rektalen Nebenwirkungen wurden während der Radiotherapie (Beginn/Mitte/Ende) ermittelt. 310 Patienten willigten in eine Rektoskopie vor Beginn der Therapie ein. RESULTATE: 429/442 der Patienten (97 %) wurden mit Rektumballon bestrahlt. Dabei berichteten 79 % über keine Beschwerden. Die Ballonapplikation musste bei nur 4 % der Patienten abgebrochen werden. Grad 0 akute rektale Nebenwirkungen fanden sich bei 52 %, Grad 1 bei 31 %, Grad 2 und 3 bei 17 % und 0,5 %. Es zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen Rektumballonbeschwerden und rektalen Nebenwirkungen (p < 0,01). Bei 36 % der Patienten fanden sich Hämorrhoiden ohne einen Einfluss auf die Ballonverträglichkeit zu zeigen. SCHLUSSFOLGERUNG: Der Rektumballon wird von einem Großteil der Patienten im Rahmen der 3-dimensionalen Strahlentherapie des lokalisierten Prostatakarzinoms gut vertragen und kann im klinischen Alltag sicher verwendet werden. Während Patienten mit akuten rektalen Nebenwirkungen signifikant häufiger über Beschwerden bzgl. des Rektumballonkatheters berichteten, zeigte das Vorliegen von Hämorrhoiden keinen Einfluss.

Gregor Goldner, Hans Geinitz, Stefan Wachter, Gerd Becker, Frank Zimmermann, Natascha Wachter-Gerstner, Stefan Glocker, Regina Pötzi, Andre Wambersie, Michael Bamberg, Michael Molls, Horst Feldmann, Richard Pötter, Wiener klinische Wochenschrift 5-6/2009

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