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Innere Medizin 1. Juli 2008

Arterielle Wandsteifigkeit: ein neuer bedeutender kardiovaskulärer Risikofaktor

Mit dem Augmentationsindex (AIx) und der Pulswellengeschwindigkeit (PWV) können zusätzlich zum Blutdruck (BD) zwei weitere Funktionen des arteriellen Gefäßbaumes gemessen werden. Wenn auch die verschieden Funktionen von einander abhängig sind, so ist doch jede, wenn sie gestört ist, auch isoliert gesehen, ein starker Prädiktor für Gefäß- und Gefäßendorganschäden. In Anbetracht der enormen epidemiologischen Bedeutung der kardiovaskulären Erkrankungen sollte im klinischen Alltag mit der Beurteilung der neuen Gefäßfunktionen nicht länger zugewartet werden. Je früher Fehlfunktionen erkannt werden, desto eher sind Korrekturen der Störung noch vor dem Eintreten von definitiven Schäden möglich. Die direkte personenbezogene Gefäßfunktionsbeurteilung geht über die Berechnung von Risikoscores hinaus, in die zum Großteil – vom Gefäß unabhängige – Variable einfließen, anderseits sind sie aber nicht erst dann pathologisch, wenn anatomische Veränderungen, wie Plaques, nachweisbar sind. Isoliert gesehen ist ein erhöhter BD-Wert ein Risikofaktor wie ein erhöhter Cholesterinwert oder Bauchumfang. Gemeinsam mit dem AIx und PWV aber liefern diese Parameter Einsichten über gestörte Gefäßwandfunktionen und ungünstige hämodynamische Strömungsbedingungen. Ein Vorteil des AIx und der PWV ist ihre im Vergleich zu den BD-Werten geringere Variabilität wie die angeführten Vergleichsuntersuchungen bei 97 Hypertonikern zeigen. Die Standardabweichung (SD) von drei konsekutive BD-Messungen beträgt syst/diast: 8,7/6,0 mmHg, die SD von drei HF-Messungen 3,2 Schläge/min, die SD von drei AIx-Messungen: 3,9 % (TensioClinicgerät®) und die SD der PWV: 1,6 m/sec (TensioClinicgerät®).

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