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Innere Medizin 1. Oktober 2007

Antifungales Management bei hämato-onkologischen Patienten

Invasive Pilzinfektionen sind eine Hauptursache für Morbidität und Mortalität bei Malignompatienten, die eine myelotoxische Chemotherapie erhalten. Als etablierte Risikofaktoren gelten eine vorausgegangene Pilzinfektion, länger als 10 Tage anhaltende Neutropenien, höheres Lebensalter, aktive Malignome, Kortikoidtherapie, Behandlung mit Breitspektrum-Antibiotika, allogene Stammzelltransplantation, zentralvenöse Katheter und vorbestehende Organdysfunktionen. Behandlungsstrategien invasiver Pilzinfektionen umfassen die Prophylaxe, die präemptive, empirische und erregergezielte antimykotische Therapie. Ein nachgewiesener Vorteil einer Pilzprophylaxe besteht für Fluconazol (400 mg/Tag) bei Patienten die eine allogene Transplantation erhalten, sowie für Posaconazol (600 mg/Tag) für AML/MDS-Patienten während einer Induktionschemotherapie und für Patienten, die eine GvHD entwickelten. Für eine Präemptivtherapie mit Hilfe sensitiver radiologischer, Antigen- bzw. molekularer Diagnostik ist eine weitere Validierung im Rahmen größerer randomisierter Studien nötig, eine generelle Empfehlung besteht derzeit nicht. Hingegen ist die empirische Pilztherapie etabliert und sollte entweder mit liposomalem Amphotericin B, Itraconazol, Voriconazol oder Caspofungin erfolgen. Bei Patienten mit dokumentierter invasiver Aspergillose ist die Behandlung mit Voriconazol Mittel der Wahl. Liposomales Amphotericin B stellt eine gute Alternative dar, während Caspofungin für die Salvage Therapie reserviert ist. Die invasive Candidiasis sollte entweder mit Caspofungin oder mit liposomalen Amphotericin B behandelt werden. In Anbetracht der Zunahme von non-albicans Stämmen ist der Einsatz von Fluconazol "stabilen", nicht neutropenischen Patienten vorbehalten.

Philipp Staber, Stefan Langner, Hans Jürgen Dornbusch, Peter Neumeister, Wiener Medizinische Wochenschrift

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