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Innere Medizin 1. August 2007

Bakterielle Kontamination von Parenteralia aus Einmal- und Mehrfachentnahme-Durchstichflaschen nach

In der Literatur wurde über Infektionen berichtet, die durch mehrfach verwendete, kontaminierte Durchstichflaschen hervorgerufen wurden. In der vorliegenden Studie wurden während eines Zeitraums von vier Monaten 96 Durchstichflaschen, die auf verschiedenen Stationen einer Universitätsklinik in Gebrauch waren, auf Sterilität untersucht. Geprüft wurden bereits angestochene, industriell gefertigte Durchstichflaschen zur Mehrfachentnahme, die Kochsalzlösung 0,9 % oder Heparin zusammen mit Konservierungsmittel enthielten. Weiters wurden auf der Station hergestellte Mischungen aus Heparin und Kochsalzlösung 0,9 % geprüft; darüber hinaus konservierungsmittelfreie Durchstichflaschen, die mit Aqua ad injectionem oder Kochsalzlösung 0,9 % gefüllt waren. Vier der 96 (4,17 %) Durchstichflaschen waren nicht steril, zwei Proben waren mit Sporenbildnern, zwei mit koagulase-negativen Staphylokokken kontaminiert. Drei der unsterilen Proben enthielten ein Konservierungsmittel. Das Datum der ersten Entnahme war bei 28 % der Proben nicht auf der Durchstichflasche notiert. Insgesamt 28 Proben waren entgegen der Herstellerempfehlung mehrfach verwendet worden. Diese waren nicht oder unzureichend mit Konservierungsmittel versehen, da es sich um Heparin-Kochsalzlösung-Mischungen handelte. Das Anbruchdatum lag bei 15 der 68 Durchstichflaschen um mehr als drei Tage zurück. Eine derartige Verwendung entsprach somit nicht der Herstellervorschrift. Die Durchstichflaschen enthielten durchschnittlich 80 % des ursprünglichen Füllungsvolumens. Da ein zu hoher Anteil der Proben nicht steril war, sollte ärztliches- und Pflege-Personal verstärkt in aseptischen Arbeitsweisen geschult werden.

Elisabeth Nogler-Semenitz, Cornelia Lass-Flörl, Michael Nogler, Gerhard Speer, Manfred P. Dierich, Wiener Medizinische Wochenschrift

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