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Innere Medizin 24. Juni 2016

Baricitinib. Neuer Wirkstoff zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis zeigt gute Erfolge

Eine Forschungskooperation der MedUni Wien und der Stanford University hat in einer klinischen Phase-3-Studie mit dem Wirkstoff Baricitinib zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis gute Erfolge erzielt.  Die Probanden zeigten deutlich weniger Symptome der Erkrankung. Die Ergebnisse wurden im „New England  Journal of Medicine“ veröffentlicht. 

Die weltweit erste klinische Phase-3-Studie mit dem Wirkstoff Baricitinib brachte signifikante Erfolge bei der  Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Baricitinib ist ein oral verabreichter  Inhibitor der Januskinase 1 und 2. Diese Kinase ist ein intrazelluläres Enzym,  das aktiviert wird, wenn extrazelluläre  Botenstoffe  (z.   B.  Interferone  oder  Interleukin-6)  an  Zellen  andocken  und   löst die eigentlichen zellulären Entzündungsreaktionen aus.

Die über 24 Wochen laufende Studie  der  Firma  Eli  Lilly,  an der die  MedUni Wien  und  die  Stanford  University federführend teilnahmen, umfasste  insgesamt  527  Personen.  Bei  den Probanden  handelte  es  sich  um   Patienten,  die  bereits  viele  gängige  Behandlungstherapien,   einschließlich  Biologika,  erfolglos  durchlaufen hatten. Die Teilnehmer wurden in drei  Gruppen aufgeteilt, eine mit täglichen  Dosierungen von 2  mg Baricitinib, eine  mit  4   mg;  eine  Kontrollgruppe  erhielt   Placebo. Als  Ergebnis  zeigte  sich,  dass  die   Probanden,  die  den  Wirkstoff  erhielten,  signifikante  Verbesserungen  ihrer   Beschwerden  zeigten.  Sie  hatten  weniger  Schmerzen,  die  Schwellungen   der Gelenke gingen zurück. Die Gruppe  mit  der  4   mg-Dosierung  hatte  sogar  noch  bessere  Ergebnisse  als  jene   mit der 2  mg-Dosis verglichen mit der  Placebo-Gruppe. Die Nebenwirkungen  waren  ähnlich  gelagert  wie  bei  üblichen Behandlungen.

» Die Probanden, die Baricitinib  erhielten, zeigten signifikante  Verbesserungen ihrer Beschwerden.  Sie hatten weniger Schmerzen und  Schwellungen der Gelenke gingen zurück

„Mit Baricitinib haben wir einen neuen  Wirkstoff an der Hand, der selbst dann  wirkt, wenn derzeit im Einsatz befind- lichen Medikamente nicht ausreichen“,  erklärt Studienautor Josef Smolen, Leiter  der  Universitätsklinik  für  Innere Medizin III der MedUni Wien. „Trotz der  langen  Krankheitsdauer  und  Erfolglosigkeit einer Reihe anderer, auch neuerer, Therapien, konnte bei fast 10  % der  Patienten  nach  sechs  Monaten  eine   volle Remission, also ein heilungsähnlicher Zustand, erzielt werden, und bei  fast der Hälfte ganz deutliche Verbesserungen  der  Krankheitssituation.  Damit könnte in naher Zukunft ein neuer  Wirkstoff,  eine  neue  Basis  für  die  Behandlung  der  rheumatoiden  Arthritis   verfügbar  sein.“  Und  es  gibt  noch  einen  anderen  Vorteil  für  die  Betroffenen, so Smolen: „Das Medikament wird  einmal täglich oral eingenommen und  muss nicht wie andere Mittel mit einer  Nadel  intravenös  oder  unter  die  Haut   verabreicht werden. Das ist für die Betroffenen wohl deutlich annehmlicher.“ 

Quelle: Pressemitteilung der Medizinischen Universität  Wien

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