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Innere Medizin 8. Dezember 2015

Erscheinungsfreiheit als Therapieziel

Die Mehrzahl der Patienten ist unzufrieden mit der derzeitigen Behandlung. 

In Österreich sind geschätzte  250.000 Personen von Psoriasis betroffen. „In den letzten Jahren hat es  eine Revolution der verfügbaren Therapieoptionen für Psoriasis gegeben  und viele weitere sind derzeit in klinischer Entwicklung oder ab sofort  für Patienten verfügbar. Für immer mehr Patienten ist fast erscheinungsfreie oder sogar völlig erscheinungsfreie Haut ein realistisches Therapieziel. Doch der Einsatz der verfügbaren Therapie Optionen entspricht noch  immer in vielen Fällen nicht den Leitlinien  Unterversorgung und Therapieverzögerungen sind häufig“, beschrieb  Prof. Dr. Kristian Reich, Leiter des Dermatologikums in Hamburg die aktuelle Situation.  

Umfrage-Ergebnisse

Eine im Auftrag von Novartis durchgeführte Umfrage zeigt, dass das Bewusstsein dafür, dass Psoriasis keine reine  Hauterkrankung ist, auch unter Betroffenen sehr gering ausgeprägt ist, wie  Dr. Wolfgang Bonitz, Medical Director  von Novartis Pharma darlegte: „Knapp  60 Prozent der befragten Psoriasis Patienten stimmten der Aussage zu, dass  die Erkrankung „unangenehm und lästig, aber im Prinzip harmlos“ ist, nur  25  Prozent wussten, dass Schuppenflechte oft auch mit Gelenkserkrankungen verbunden ist, nicht einmal 20 %, dass Psoriasis häufig auch mit anderen Begleiterkrankungen wie Diabetes  oder Herz Kreislauf Erkrankungen, verbunden ist.“ Auffällig an den Ergebnissen der Umfrage ist auch, dass viele der  Psoriasis Patienten angaben, derzeit  keinerlei Therapie zu erhalten und  von denen, die aktuell eine Therapie  bekommen, lediglich gut ein Drittel angab, mit deren Erfolg zufrieden zu sein,  nur 13 % davon sehr zufrieden.

Versorgungssituation in Österreich  

Ein Grund dafür dürfte die verbesserungswürdige Versorgungssituation in Österreich sein, wie Doz.  Dr. Paul-Gunther Sator, Leiter der  Ambulanz für Psoriasis am Krankenhaus Hietzing in Wien, darlegte:  „Die Ergebnisse des ‚European Dermatology Health Care Survey 2013‘  zeigen, dass Österreich zwar einen Spitzenplatz im europäischen Vergleich innehat hinsichtlich der Anzahl an Dermatologen pro Einwohner, gleichzeitig aber nur rund 30 %  davon angaben, auch Biologika für  die Therapie von Schuppenflechte  zu verordnen. Damit liegt Österreich  zwar immer noch über dem europäischen Durchschnitt, aber es zeigt sich  doch, dass der Zugang zu innovativen Therapieoptionen nicht zuletzt  auch stark von der Wahl des Arztes  abhängt. Hinzu kommt ein starkes Stadt Land Gefälle was den Zugang zu innovativen Therapien betrifft in den Städten, insbesondere in den  spezialisierten Psoriasis Ambulanzen, ist der Zugang gut, aber im ländlichen Bereich, wo die Dichte an spezialisierten Dermatologen generell  sehr viel geringer ist, besteht oft noch Aufholbedarf.“  Und noch ein zweiter Aspekt ist Sator besonders wichtig: „Häufig beobachte ich, dass noch immer Angst vor  innovativen Therapieoptionen, insbesondere Biologika, herrscht. Hier  ist ebenfalls Aufklärungsbedarf gegeben, denn viele Ängste sind heute  längst überholt, die verfügbaren Therapieoptionen wirken nicht nur immer  effektiver, sondern auch immer zielgerichteter und setzen damit immer  punktgenauer an jenen Schaltstellen  des Immunsystems an, die eine Schlüsselrolle für die Entstehung von Schuppenflechte und ihre Begleiterkrankungen spielen.“

Ziel der Behandlung

„Weitgehende Erscheinungsfreiheit  wird künftig für viele Betroffene ein realistisches Therapieziel sein. Für die  Patienten bedeutet dieses Ausmaß der Besserung, dass der Betroffene  nicht mehr sieht, dass er Schuppenflechte hat.“ Und doch herrscht auf  dem Weg dorthin noch viel Handlungsbedarf, wie Reich betont: „Die  aktuell geltenden Guidelines definieren PASI75 als Therapieziel, also eine  75 prozentige Reduktion der Krankheitsaktivität vom Ausgangswert. Diese müssen aktualisiert, PASI90 als neues Therapieziel definiert werden. Viel  wichtiger aber ist, dass die Guidelines  auch wirklich in der klinischen Praxis  auf breiter Basis umgesetzt werden  und möglichst viele Patienten rasch  Zugang zu innovativen Therapien erhalten. Dazu zählt ein immer breiteres Therapiespektrum mit so genannten  „small molecules“ und zielgerichteten Therapien, die ein immer schnelleres  Ansprechen und eine immer effektivere Reduktion wichtiger Krankheitssymptome ermöglichen. Ziel ist, dem Patienten eine sichere und wirksame  Langzeittherapie bei weitgehender  Erscheinungsfreiheit zu ermöglichen und so die Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Erkrankung zu minimieren.“ 

Quelle: Pressegespräch „Schuppenflechte: Ist Erscheinungsfreiheit ein realistisches Theapieziel?“, Wien,  2. Oktober 2015

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