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Innere Medizin 15. September 2015

Mögliche neue Rheumatherapie

Myostatin fördert Knochenzerstörung.

Neuer Ansatz für die Behandlung der RA: Wissenschaftler aus Münster und Wien haben herausgefunden, dass  das körpereigene Protein Myostatin  maßgeblich an der Knochenzerstörung  bei rheumatoider Arthritis beteiligt ist.  

Myostatin war bislang vor allem als Regulator des Muskelwachstums und der  Muskelregeneration bekannt. Ein Team  um den Molekularbiologen Dr. Berno  Dankbar vom Institut für Experimentelle Muskuloskelettale Medizin (IEMM)  an der Universität Münster und von der Medizinischen Universität Wien entdeckten eine bislang unbekannte Schattenseite des Proteins: Indem  Myostatin die Bildung Osteoklasten  fördert, trägt es maßgeblich zur irreversiblen Gelenkzerstörung bei. Die Wissenschaftler untersuchten  die Rolle des Proteins in verschiedenen Mausmodellen der rheumatoiden Arthritis. Dabei zeigte sich: Der Myostatin-Spiegel im Körper steigt im Krankheitsverlauf an. Außerdem fanden die  Forscher heraus, dass Myostatin die Osteoklastenbildung direkt fördert und damit zu einer erhöhten Gelenkzerstörung führt. Wenn Myostatin bei Mäusen nicht gebildet oder künstlich blockiert wird, verringert sich umgekehrt das Ausmaß  von Gelenkentzündung und -zerstörung deutlich. Myostatin reguliert also nicht nur das Muskelwachstum, sondern ist offenbar auch im Knochenstoffwechsel involviert. „Die Ergebnisse lassen darauf hoffen, dass Myostatin einen wertvollen neuen Therapieansatz bietet“, so Dankbar. „Vielleicht  kann die Gelenkzerstörung bei rheumatoider Arthritis so in Zukunft gebremst werden". 

Quelle: idw/Dankbar, Berno et  al. (2015): Myostatin is a direct regulator of  osteoclast differentiation and its inhibition  reduces inflammatory  joint destruction in mice.  In: Nature Medicine,  Online-Publikation am 3. August 2015.

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