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Innere Medizin 15. September 2015

EULAR 2015 – Jede Schwangerschaft ist anders

Forscher haben die Daten von 27 Frauen mit RA ausgewertet, die zwei Kinder zur Welt gebracht hatten. 

Bei vielen Frauen mit rheumatoider Arthritis (RA) geht die Krankheitsaktivität in der Schwangerschaft  zurück. Allerdings erlaubt der Verlauf der ersten Schwangerschaft keine Rückschlüsse auf die nächsten. Im  Rahmen der prospektiven niederländischen Schwangerschaftsstudie PARA  wurden die Daten von 27 Frauen mit RA ausgewertet, die zwei Kinder zur Welt  gebracht hatten. Vor und nach der Schwangerschaft sowie einmal pro Trimester wurden Daten zur Krankheitsaktivität, zu Krankheitsschüben und zum Medikamentenkonsum erhoben. Dabei zeigte sich,  dass sich die Krankheitsaktivität bei lediglich vier von 27 Frauen in der zweiten Schwangerschaft genauso oder ähnlich verhielt wie in der ersten Schwangerschaft. Weder konnten sich Frauen mit  problemloser erster Schwangerschaft  darauf verlassen, dass sie die RA auch  in der zweiten Schwangerschaft in Ruhe ließ noch bedeutete eine hohe RA-Aktivität beim ersten Kind zwangsläufig auch Probleme beim zweiten.

RA-Schübe nach der Entbindung

Mit unterschiedlichen Therapien hatten die unterschiedlichen Schwangerschaftsverläufe nichts zu tun: Fast alle analysierten RA-Patientinnen wurden in beiden Schwangerschaften jeweils ähnlich behandelt. Hoch prädiktiv für weitere Schwangerschaften  waren demgegenüber Schübe in den  Wochen nach der Entbindung. 74 Prozent der Frauen hatten im Anschluss  an die erste Schwangerschaft einen  oder mehrere Schübe. Sechs von sieben dieser Frauen erlebten das gleiche auch nach der zweiten Schwangerschaft. Umgekehrt hatte die Hälfte  jener 26 Prozent der Frauen, die nach  der ersten Schwangerschaft keine RA- Schübe hatten, auch nach der zweiten  Schwangerschaft keine Probleme. Für die niederländischen Wissenschaftler, die ihre Analyse beim europäischen Rheumakongress EULAR 2015  in Rom präsentierten, gibt es ein ganz  praktisches Fazit aus diesen Daten:  Frauen mit RA sollte nach einer nicht  optimal verlaufenen ersten Schwangerschaft nicht mit Verweis auf die RA von einer zweiten abgeraten werden. Denn jede Schwangerschaft ist anders. 

Quelle: Ärzte Zeitung/Philipp  Grätzel von Grätz

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