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Innere Medizin 21. August 2014

Das Mikrobiom

Auf dem Weg zur Aufklärung

Das humane Mikrobiom besteht aus der Gesamtheit der Gene aller mit dem Menschen assoziierten Bakterien. Der derzeit gültige Katalog nicht-redundanter mi-krobieller Gene des menschlichen Darms beinhaltet 3,5 Millionen mikrobielle Gene, die in ihrer Gesamtheit das Mikrobiom darstellen. Zum Vergleich: Rein zahlenmäßig entspricht dieses Mikrobiom dem 150-fachen der Anzahl menschlicher Gene.

Das 2007 vom US-amerikanischen National Institute of Health (NIH) initiierte Human Microbiome Project (http://commonfund.nih.gov/hmp) hat sich zur Aufgabe gestellt, alle Genome der Mikroorganismen, die den Menschen besiedeln, zu sequenzieren. Die so gewonnenen bakteriellen Signaturen beschreiben also komplexe mikrobielle Gemeinschaften auf molekularer Ebene.

Die Mikrobiota im humanen Gastrointestinaltrakt

Der Großteil der Bakterien im menschlichen Körper findet sich im Gastrointestinaltrakt (GIT). Bis zu 1014 Bakterien sind hier angesiedelt. Dabei nimmt der Gehalt an Bakterien über den Verlauf des GIT zu und erreicht im Dickdarm eine maximale Dichte von 1011 bis 1012 Zellen pro Milliliter Stuhl, berichten Friedrichs et al. Die Zusammensetzung, die Einflussfaktoren und Auswirkungen sind derzeit Gegenstand umfangreicher Untersuchungen. „Die Identifizierung krankheitsbeeinflussender, aber auch gesundheitsstabilisierender Kompositionen der Mikrobiota und deren Rolle bei Entzündungsprozessen im Darm besitzt eine enorme klinische Relevanz“, stellt die Arbeitsgruppe aus Kiel fest. So soll beispielsweise auch das EU-weite Forschungsprojekt MyNewGut die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Darmflora und Gesundheit untersuchen. Die Med Uni Graz untersucht dabei die Auswirkungen von Fehlernährung auf die Gehirnfunktion. (Siehe auch in dieser Ausgabe der Ärzte Woche Seite 11.)

Quelle: Friedrichs A. et al.: Bakterielle Signaturen. Beeinflusst die Darmflora Gesundheit und Krankheit - oder umgekehrt? In: BIOspektrum, 3.12.

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