zur Navigation zum Inhalt
© apops/fotolia.com
Bis zu 70 Prozent aller Erwachsenen leiden mindestens einmal im Leben unter Rückenschmerzen. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
 
Innere Medizin 30. Juni 2014

Wirtschaftsfaktor Kreuzweh

Gesundheitsreport aus Deutschland verzeichnet 40 Millionen Fehltage wegen Rückenschmerzen.

Rückenschmerzen haben sich im Laufe der Jahre zur Volkskrankheit entwickelt und zählen zu den häufigsten Gründen, einen Allgemeinmediziner aufzusuchen. Im Rahmen einer statistischen Auswertung der Techniker Krankenkasse wurde im Jahr 2013 jeder zwölfte Beschäftigte in Deutschland wegen Kreuzweh krank geschrieben.

Rückenbeschwerden haben im vergangenen Jahr in Deutschland bundesweit etwa 40 Millionen Fehltage verursacht. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Die hohen Fehlzeiten sind dabei vor allem auf die große Anzahl der Betroffenen und die oft sehr lange Erkrankungsdauer zurückzuführen. Statistisch gesehen war 2013 jede zwölfte erwerbsfähige Person wegen Rückenbeschwerden krank geschrieben. Mit im Schnitt 17,5 Tagen liegt die Dauer der Krankschreibung fünf Tage über dem Gesamtdurchschnitt aller Erkrankungen. „Für einen mittelständischen Betrieb mit 60 Beschäftigten bedeutet das, dass jedes Jahr fünf Mitarbeiter zweieinhalb Wochen ausfallen und der Unternehmer drei Monatsgehälter auf das Konto ,Rücken‘ überweist“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas, bei der Vorstellung des Gesundheitsreports in Berlin.

Schon viele junge Erwachsene betroffen

Auffällig bei den Rückenerkrankungen: Es sind hier mit einem fünfprozentigen Anteil an den Krankschreibungen bereits viele junge Erwachsene betroffen, allerdings fehlen sie meistens nicht so lange am Arbeitsplatz, wie ältere Mitarbeiter. Da das Durchschnittsalter in den Betrieben deutlich steige, plädiert die Techniker Krankenkasse für mehr betriebliches und individuelles Gesundheitsmanagement. „Hier sind Arbeitgeber, Krankenkassen und die Betroffenen gleichermaßen gefordert“, so Vorstandschef Baas. Bewährt hat sich nach Auffassung der TK das Modellprojekt „Zweitmeinung Rücken“. Im Rahmen des Projekts können sich Versicherte vor einer eventuellen Rückenoperation beraten lassen. „In 80 Prozent der Fälle wurde den Patienten von der Operation als Behandlungsmethode abgeraten, sodass in vielen Fällen langwierige Krankenhausaufenthalte vermieden werden konnten“, berichtete der Leiter des Versorgungsmanagementes bei der Techniker Krankenkasse, Klaus Rupp.

Zahl der Fehltage wegen Kreuzschmerzen stagniert

Besonders betroffen von Rückenleiden sind erwartungsgemäß Berufe, in denen schwer körperlich gearbeitet wird: Durchschnittlich 5,1 Fehltage pro Kopf verzeichnen Berufe in der Ver- und Entsorgungsbranche, 4,7 Tage sind es im Tiefbau und 4,1 Tage in der Altenpflege. Aber auch Berufe, in denen sich die Mitarbeiter kaum bewegen (Berufskraftfahrer) oder hauptsächlich einseitige Bewegungen ausführen, verzeichnen viele Fehltage wegen Rückenbeschwerden.

Insgesamt hat die Zahl der Fehltage wegen Rückenschmerzen in den vergangenen Jahren weder zu- noch abgenommen. Erstmals seit dem Beginn der TK-Gesundheitsberichterstattung im Jahr 2000 wurde auch keine Zunahme der Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen registriert. Grundlage des Gesundheitsreports sind die Krankschreibungen von 4,1 Millionen bei der Techniker Krankenkasse versicherten Erwerbspersonen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben