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Innere Medizin 27. Februar 2014

Trägt eine Therapie mit Tocilizumab zur Erhöhung des Rheumafaktors und zur Induktion einer paradoxen Sialadenitis bei einer Patientin mit rheumatoider Arthritis bei?

Eine 56-jährige Frau, die wegen einer rheumatoiden Arthritis (RA) 8 Monate lang mit Tocilizumab (TCZ) behandelt worden war, wurde wegen angeschwollener schmerzhafter Parotiden aufgenommen. Die Diagnose einer RA war im Jahre 1988 gestellt worden. Sie war mit verschiedenen Krankheits-modulierenden Antihreumatica in Kombination mit niedrig dosierten Glukokortikoiden, gefolgt von den Biologika Infliximab und Adalimumab erfolglos behandelt worden. Anfänglich sprach die Patientin hervorragend auf TCZ an. Nach 8 Monaten präsentierte sie sich allerdings mit stark angeschwollenen Parotiden. Bakterielle, virale und granulomatöse Erkrankungen konnten ausgeschlossen werden. Das Spektrum der Autoantikörper inklusive anti-Ro, und anti-La war bis auf gering erhöhte anti CCP normal. Nur der Rheumafaktor (RF) war mit 10.100 IU/ml extrem erhöht. Die Histologie des Punktats aus der Parotis ergab eine lymphoplasmozytäre Sialadenitis. Die Therapie mit TCZ wurde angesetzt. Die Therapie mit Metothrexat und Glukokortikoiden wurde dosismäßig erhöht. 6 Wochen später war die Patientin in einem besseren Zustand. Der RF war etwas gesunken (9010 IU/ml). Wir stellen die Hypothese auf, dass bei dieser Patientin das TCZ eine überschießende Produktion des RF auslöste, was zu einer paradoxen sekundären Sialadenitis bei RA führen kann.

Prof. Dušanka Martinović Kaliterna, Jure Aljinović, Dijana Perković, Daniela Marasović Krstulović, Ivanka Marinović, Prof. Tonko Vlak, Wiener klinische Wochenschrift 3/4/2014

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