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Innere Medizin 21. Februar 2014

Hepatitis-D-Monoinfektion

Virus überlebt in menschlichen Leberzellen wochenlang.

Hepatitis-D-Viren galten als nicht lebensfähig, wenn nicht gleichzeitig eine Infektion mit Hepatitis B vorlag. Wissenschaftler um Prof. Dr. Maura Dandri am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wiesen nun nach, dass sie in menschlichen Leberzellen wochenlang alleine überleben können. Ihre Erkenntnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Journal of Hepatology, können erklären, warum chronisch mit dem Hepatitis B- und D-Virus infizierte Patienten häufig mit Rückfällen zu kämpfen haben, heißt es in einer Mitteilung des UKE.

Eine zusätzliche Infektion mit Hepatitis D kann eine chronische Hepatitis B verschlechtern, das Risiko schwerer Krankheitsverläufe mit fortgeschrittener Zirrhose ist deutlich erhöht.

„Es ist bekannt, dass das Hepatitis-D-Virus nur dann die Wirtszelle verlassen und neue Zellen befallen kann, wenn das Hepatitis-B-Virus ebenfalls zugegen ist. Über die alleinige Überlebensfähigkeit des Hepatitis-D-Virus war wenig bekannt“, wird Prof. Dr. Maura Dandri in der Mittelung zitiert.

Die Forscher nutzten ein innovatives uPA/SCID Modell mit menschlichen Leberzellen. Darin lösten sie eine isolierte Hepatitis D-Infektion aus und zeigten, dass das Virus deutlich autonomer und resistenter ist als angenommen.

Ohne das Hepatitis-B-Virus ist Hepatitis D zwar in der Zelle gefangen, bleibt aber über einen langen Zeitraum infektiös. Auch wenn die Hepatitis B-Infektion erst nach sechs Wochen hinzukommt, fangen die Hepatitis-D-Viren wieder an, sich zu vermehren und neue Zellen zu befallen.

Diesen aktuellen Erkenntnissen zufolge werden neue Therapien benötigt, die den Replikationszyklus des Virus direkt beeinflussen. Sie könnten auch den langfristigen Behandlungserfolg von lebertransplantierten Patienten, die zuvor chronisch mit Hepatitis B und D infiziert waren, deutlich verbessern.

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