zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 1. Oktober 2006

Neue Entwicklungen in der katheterinterventionellen Behandlung von Klappenerkrankungen: perkutaner K

GRUNDLAGEN: Bis vor kurzem war die perkutane Intervention bei Klappenerkrankungen auf die Ballonvalvuloplastie stenosierter Klappen beschränkt. Diese Methode hat sich bei Mitral-, Pulmonal- und Trikuspidalstenose als effektiv erwiesen, wurde aber bei der heute häufigsten Klappenerkrankung, der kalzifizierenden Aortenstenose, wieder aufgegeben. Bei Aortenstenose ist diese Methode lediglich im Kindesalter erfolgreich. In jüngster Vergangenheit wurde die perkutane Implantation von Klappen entwickelt. METHODIK: Übersicht über perkutanen Klappenersatz und perkutane Klappenrekonstruktion. ERGEBNISSE: Am meisten Erfahrung konnte beim Einsatz in Pulmonalposition, vor allem bei stenosierten Conduits gewonnen werden. Die Technik wurde auch bei kalzifizierender Aortenstenose anzuwenden versucht und zwar bei Patienten, die einer Operation nicht mehr zugeführt werden konnten. Die größte berichtete Gruppe umfasst nun 41 Patienten. Obwohl Klappenmigration und paravalvuläre Insuffizienz noch wesentliche Probleme darstellen, sind die ersten Akut- und Kurzzeitergebnisse vielversprechend. Die perkutane Rekonstruktion der Mitralklappe im Rahmen einer Insuffizienz wurde mit 2 unterschiedlichen Methoden vorgeschlagen: erstens als so genannter "edge-to-edge repair" nach dem Prinzip der von Alfieri beschriebenen Operationsmethode und zweitens in Form einer Annuloplastie durch Implantation eines Rings in den Coronarsinus. Während für die letztere Technik noch kaum Erfahrungen am Menschen existieren, wurden für erstere vielversprechende Ergebnisse einer ersten multizentrischen Studie berichtet. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Zusammenfassend konnte die Machbarkeit der perkutanen Klappenimplantation und der perkutanenen Klappenrekonstruktion gezeigt werden. Weitere umfassende Studien mit längerem Follow-up sind aber erforderlich, um den möglichen Stellenwert dieser Techniken im Rahmen der Behandlung von Patienten mit Herzklappenfehlern zu definieren.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben