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Innere Medizin 1. August 2006

Endoskopische Behandlungsverfahren bei gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD)

GRUNDLAGEN: In den letzten Jahren sind verschiedene endoskopische Techniken zur Therapie der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) entwickelt und auf den Markt gebracht worden. Ziel dieser Methoden ist, eine – im Gegensatz zur chronischen Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren – definitive Therapie anzubieten, die – im Vergleich zur operativen Fundoplikatio – mit geringerem Risiko einhergehen soll. METHODIK: Die derzeit verfügbaren klinischen Daten zu den endoskopischen Antirefluxverfahren werden dargestellt. ERGEBNISSE: Grundprinzip ist die Einengung des ösophagogastrelen Übergangs, was mit drei verschiedenen Methoden versucht wird: 1.) "Raffung von Magenfalten" durch endoskopische Nahttechniken (z. B. EndoCinch™; Full-thickness Plicator™); 2.) "Thermales Gewebe-Remodelling" durch Radiofrequenzenergie (Stretta®); 3.) "Injektion/Implantation" von nicht abbaubaren Materialien (z. B. Gatekeeper™, Enteryx™, Plexiglas). Studien haben Machbarkeit und (zu einem gewissen Grad) kurzfristige Wirksamkeit dieser Methoden aufgezeigt, die langfristige Wirksamkeit allerdings ist unbewiesen. Derzeit erfolgt die Untersuchung in scheinprozedur-kontrollierten, randomisierten Studien (verfügbar für Stretta® und Enteryx™, unterwegs für EndoCinch™, Full-Thickness Plicator™). In diesen ist bislang nur Wirksamkeit im Hinblick auf subjektive Ergebnisvariablen (Symptome, PPI-Bedarf) gezeigt worden, wohingegen Wirkungen auf objektive Ergebnisvariablen (ösophageale Säureesposition, manometrische Charakteristika des UöS) gering sind oder fehlen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Weitere Untersuchung der endoskopischen Behandlungsverfahren in gut geplanten Studien, und gegebenenfalls technische Verbesserungen, sind erforderlich, bevor der Einschluss in klinische Algorithmen empfohlen werden kann.

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