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Innere Medizin 1. Mai 2009

Österreichischer Osteoporosebericht. Epidemiologie, Lebensstilfaktoren, Public Health Strategien

Der erste Österreichische Osteoporosebericht wurde initiiert, um ein umfassendes Referenzdokument für Pathogenese, Diagnose, Therapie und Rehabilitation bei Osteoporose zu schaffen. Weiters war es Ziel dieses Berichts, Ausmaß und Gewichtigkeit von Osteoporose und den damit assoziierten Komplikationen für Österreich darzustellen. Basierend auf aktuellen internationalen Prävalenzerhebungen kann für Österreich geschätzt werden, dass etwa 740.000 Personen über 50 Jahren von Osteoporose betroffen sind, davon 617.000 Frauen. Eine Analyse der Krankenhausentlassungen aus dem Jahr 2005 zeigte, dass in diesem Jahr 1382 männliche und 8080 weiblich Fälle mit der Hauptdiagnose Osteoporose in Österreich entlassen wurden. Hinzu kommen noch 9711 männliche und 54.840 weibliche Fälle mit Osteoporose in einer Nebendiagnose. In Österreich erleiden rund 16.500 Personen jährlich eine Hüftfraktur. Somit liegt Österreich mit einer Rate von 19,7 Hüftfrakturen pro 10.000 Einwohner im Bereich der europäischen Spitze. Die Spitalsmortalitätsrate bei Oberschenkelfrakturen beträgt in Österreich 3,8 % bei Männern und 3,2 % bei Frauen. Die Knochengesundheit kann durch einen vorteilhaften Lebensstil positive beeinflusst werden, der Osteoporosebericht hat allerdings Risikofaktoren bezüglich Lebensstils in der Österreichischen Bevölkerung aufgezeigt. Die mittlere Kalziumaufnahme bei Österreichischen erwachsenen Frauen und bei männlichen und weiblichen Seniorinnen und Senioren ist niedriger als empfohlen, lediglich erwachsene Männer erreichen eine Kalziumaufnahme etwa den Empfehlungen entsprechend. Die durchschnittliche Vitamin D Aufnahme in Österreich ist sehr gering, besonders bei Vorschulkindern und Seniorinnen und Senioren. Der Anteil an österreichischen Personen, die angeben, regelmäßig körperlich aktiv zu sein ist verbesserungsbedürftig, besonders bei älteren Menschen. Die Daten aus dem Österreichischen Osteoporosebericht sind nützlich um die Entwicklung von Public Health Strategien zu ermöglichen und Methoden zu entwickeln, um einige der identifizierten Problemfelder zu lösen, um somit letztendlich zu einer verbesserten Knochengesundheit in Österreich beizutragen.

Thomas Dorner, Elisabeth Weichselbaum, Kitty Lawrence, K. Viktoria Stein, Anita Rieder, Wiener Medizinische Wochenschrift 9/10/2009

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