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Innere Medizin 1. April 2006

Primäre Lebermalignome – interdisziplinäre Therapierichtlinien

GRUNDLAGEN: Die laufenden Entwicklungen bei den operativen und nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten haben das therapeutische Spektrum für primäre Lebermalignome beträchtlich erweitert, führen aber auch zur Notwendigkeit der exakten Auswertung ihrer Erfolge und der Erstellung von Richtlinien zu ihrer Anwendung. METHODIK: Aktuelle Publikationen und die Ergebnisse der Konsensuskonferenzen werden zur Beurteilung der derzeitigen Therpiemöglichkeiten bei primären Lebermalignomen herangezogen. ERGEBNISSE: Entsprechend den Mailänder Kriterien sind nur wenige Patienten mit hepatozellulärem Karzinom für eine Lebertransplantation geeignet. Die Früherkennung dieser Tumore durch Überwachung der Zirrhosepatienten ist entscheidend für den Erfolg des Transplantationskonzepts. Die Resektionsraten für das hepatozelluläre sowie für das intrahepatische und hiläre cholangiozelluläre Karzinom betragen etwa 10 bis 20 Prozent, wobei ein breiter Konsens darüber besteht, dass die R0-Resektion einen bedeutenden Prognosefaktor darstellt. Die Mehrheit der Patienten kann weder mit Transplantation noch mit Resektion behandelt werden. Für diese schwierige Patientengruppe wird eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten angegeben, ihre Wirksamkeit ist aufgrund der Verfälschung der Ergebnisse durch die Patientenauswahl und bedingt durch die großen Unterschiede zwischen den einzelnen Patienten sowie zwischen den behandelnden Institutionen schwer vergleichbar. Besonders zu den Eingriffen mit bislang vielversprechenden Ergebnissen wie zum Beispiel zur Radiofrequenz-Ablation brauchen wir weitere Studien, um klinische Entscheidungen auf der Grundlage eines hohen Evidenzgrades zu ermöglichen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Primäre Lebermalignome sollten in spezialisierten Zentren behandelt werden, von einem Team, das mit den speziellen Problemen dieser Patienten gut vertraut ist. Regelmäßige interdisziplinäre Konferenzen tragen entscheidend zur Optimierung des multimodalen Therapieansatzes bei. Richtlinien sind für das Therapiemanagement hilfreich, müssen jedoch individuell modifiziert und der spezifischen Situation jedes einzelnen Patienten angepasst werden.

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