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Innere Medizin 1. Februar 2009

Clostridium difficile: ein neuer Zoonoseerreger?

Clostridium difficile wird meist als nosokomialer Erreger, der mit Diarrhö oder pseudomembranöser Colitis einhergeht, angesehen. Im Jahr 2007 wurden von Spitälern in Österreich 2.761 Clostridium-difficile-Infektionen (277 davon mit tödlichem Ausgang) gemeldet, im Vergleich dazu waren im Jahr 2003 nur 777 Fälle (53 davon mit tödlichem Ausgang) registriert worden. Neben diesem Anstieg der nosokomialen Erkrankungen wird auch über ein vermehrtes Auftreten von ambulant erworbenen C. difficile-Infektionen berichtet. Aktuelle Publikationen belegen das Vorkommen von C. difficile bei Tieren und in Lebensmitteln. Ziel der vorliegenden Studie war der Nachweis von C. difficile in Tieren und Lebensmitteln in Österreich. Zwischen März 2008 und Juli 2008 wurden Stuhl- und Kotproben von 67 Rindern, 61 Schweinen und 59 Broilern in österreichischen Schlachthöfen gesammelt. Zudem wurden Fleischproben (51 Rind [25 davon faschiert], 27 Schwein [17 faschiert] und 6 Hühnerfleischproben) zwischen Februar 2008 und April 2008 in Supermärkten gekauft und untersucht. Von den 187 getesteten Proben konnten in 8 C. difficile nachgewiesen werden: dabei waren 3/67 (4,5%) Kuhproben, 2/61 (3,3%) Schweineproben und 3/59 (5%) Hühnerproben positiv. Sechs der acht Isolate (2/67 [3%] Kuhproben, 2/61 [3,3%] Schweineproben und 2/59 [3,4%] Hühnerproben) waren toxinbildende C. difficile. In einem der zwei Toxin-positiven C. difficile Schweineproben war auch der Nachweis eines binären Toxin-Bildners des PCR-Ribotyps 126 möglich. In keiner der untersuchten Fleischproben konnte C. difficile nachgewiesen werden. Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen, dass Tiere als Reservoir dienen können und eine Übertragung von C. difficile über Lebensmittel möglich ist.

Alexander Indra, Heimo Lassnig, Nina Baliko, Peter Much, Anita Fiedler, Steliana Huhulescu, Franz Allerberger, Wiener klinische Wochenschrift 3/4/2009

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