zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 1. Februar 2011

Thromboseprophylaxe bei kritisch Kranken

Die Häufigkeit von tiefen Beinvenenthrombosen bei Intensivpatienten wird in Abhängigkeit von der Grunderkrankung mit bis zu etwa 60 % angegeben. Die aktuellen Empfehlungen sind, obwohl die Datenlage in diesem selektioniertem Krankengut sehr spärlich ist, eindeutig: Die Surviving Sepsis Campaign Richtlinie fordert eine prophylaktische Antikoagulation bei Patienten mit schwerer Sepsis bzw. mit septischen Schock solange keine Kontraindikationen vorliegen. Dieser Artikel beschäftigt sich mit Risikofaktoren für das Auftreten einer Thromboembolie beim kritisch Kranken und mit Möglichkeiten der physikalischen und medikamentösen Antikoagulation. Periphere Vasokonstriktion, Schock sowie die Verabreichung von Katecholaminen, Ödem mit teilweise massiven Flüssigkeitsansammlungen als Folge der Flüssigkeitsretention v. a. im Bindegewebe sowie eine mitunter stark eingeschränkte Organfunktion lassen die Wirkung von subkutan verabreichten niedermolekularen Heparinen nicht sicher vorhersagen. Dieser Beitrag beschäftigt sich auch mit dem Problem der Heparin-Resistenz und den pathophysiologischen Ursachen. Die kontinuierliche intravenöse Applikation neuer Antikoagulantien könnte hier eine sinnvolle Alternative sein. Für den direkten Thrombininhibitor Argatroban gilt, dass je ausgeprägter die Erkrankung bzw. je höher der SAPS-II-Score, desto niedriger ist die erforderliche Dosis.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben