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Innere Medizin 1. November 2008

Die Prävalenz der Infektion durch Humane Papilloma Viren (HPV) 6, 11, 16, 18 bei Frauen zwischen 16 und 24 Jahren in Österreich – Österreichische Daten einer Phase III Studie zur Testung eines quadriv

EINLEITUNG: Das Zervixkarzinom ist die weltweit zweit häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei gleich bleibender Tendenz der letzten Jahre und unveränderter therapeutischer Intervention ist bis 2020 eine Zunahme der Neuerkrankungen um 40% gegenüber 2002 zu erwarten. HPV 16 und 18 verursachen weltweit 70% aller Zervixkarzinome, 50% der höhergradigen und 25% der niedriggradigen zervikalen Neoplasien. HPV 6 und 11 sind in über 90% der Fälle die Ursache von Genitalwarzen. Das Ziel dieser Analyse ist die Ermittlung der Prävalenz der HPV 6, 11, 16, 18 Infektion junger Frauen in Österreich. METHODIK: Insgesamt wurden 123 Frauen im Alter von 16 bis 24 Jahren in eine Doppelblind-, plazebo-kontrollierte, Phase III Impfstudie randomisiert. Es wurde ein Vierfachimpfstoff gegen die HPV Typen 6, 11, 16 und 18 getestet (FUTURE I, ClinicalTrials.gov number NCT00092521). Eingeschlossen wurden nicht schwangere, gesunde Frauen, welche keine Genitalwarzen oder Auffälligkeiten des zytologischen Zervixabstrichs in der Anamnese hatten. Die Teilnehmerinnen durften nicht mehr als vier Sexualpartner gehabt haben. ERGEBNISSE: Die Anamnese zeigte, dass 114 (92,7%) Teilnehmerinnen ihr Sexualleben aufgenommen hatten. 46,3% der Probandinnen waren Raucherinnen. Bei Studieneinschluss waren 15 (13,5%) Teilnehmerinnen HPV 6, 11, 16 oder 18 positiv, entweder serologisch oder bei der Abstrichanalyse durch Polymerase Kettenreaktion (PCR). PCR-Ergebnisse: Eine Infektion mit HPV 6 und 11 wurde bei keiner Probandin gefunden, während 7 (6,1%) HPV 16 und 1 (0,9%) HPV 18 positiv waren. Ergebnisse der Serologie: 14 (12,3%) Frauen waren HPV 6, 11, 16 oder 18 positiv, 13 (11,4%) waren HPV 16 positiv, 4 (3,5%) HPV 18 positiv und 1 (0,9%) war HPV 6 positiv. Zytologische Auffälligkeiten des Zervixabstrichs fanden sich bei 12 (10,3%) Frauen. DISKUSSION: Verglichen mit internationalen Daten zeigen die österreichischen Ergebnisse eine niedrige HPV Prävalenz bei jungen Frauen, die weniger als fünf Sexualpartnern hatten. Dennoch wurde eine hohe Prävalenz an zytologischen Auffälligkeiten festgestellt und ein hoher Anteil der Teilnehmerinnen waren Raucherinnen. Die erhobenen Daten lassen darauf schließen, dass ein bedeutender Anteil von österreichischen Frauen ein hohes Risiko für HPV-assoziierte Erkrankungen hat.

Lucia Six, Sepp Leodolter, Heather L. Sings, Eliav Barr, Richard Haupt, Elmar A. Joura, Wiener klinische Wochenschrift

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