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Innere Medizin 1. Oktober 2008

Einfluss einer Cholestase auf die Ausscheidung von Fluid-Phase Markern in die Galle

Hepatozyten nehmen Makromoleküle aus dem Blut über Rezeptor-vermittelte oder Fluid-phase-Endozytose auf. Diese Makromoleküle können entweder spezifisch oder unspezifisch durch die Zelle transportiert werden (=Transzytose) und dann in die Galle ausgeschieden werden. Da die Transzytosewege verschiedener Fluid-phase Marker (FPM) kaum charakterisiert sind, wurde die biliäre Sekretion von zwei FPM (Meerrettichperoxidase (HRP), FITC-Dextran) in der isoliert perfundierten Rattenleber untersucht. Nach kurzzeitig Angebot (1 min) wurde HRP biphasisch in die Galle ausgeschieden: miteinem schnellen/frühen (5 min) und einem langsamen/verzögerten (15 min) Sekretionsmaximum. Andere Arbeitsgruppen hatten gezeigt, dass eine durch Gallengangsligatur hervorgerufene Kurzzeitcholestase (BDL) die HRP Sekretion beeinflußt. Daher wurde in dieser Arbeit die Auswirkung einer BDL sowohl auf die Ausscheidung von HRP als auch auf FITC-Dextran untersucht. Obwohl BDL das erste HRP Sekretionsmaximum erhöhte, hatte sie keine Auswirkungen auf das zweite HRP Ausscheidungsmaximum oder auf die Ausscheidung von FITC-Dextran. Perfusion bei niedriger Temperatur (16°C) unter Kontrollbedingungen oder nach BDL blockierte die FITC-Dextran Sekretion und den langsamen HRP Weg, während die schnelle HRP Sekretion in die Galle verzögert wurde und BDL darauf keinen stimulierenden Einfluß mehr hatte. Während der 16°C Perfusion erfolgte eine Aufnahme von HRP und FITC-Dextran in die Hepatozyten, da nach Erwärmen auf 37°C die Marker in die Galle ausgeschieden wurden. Daraus lässt sich schließen, dass BDL die rasche Sekretion von HRP über einen Temperatur-sensitiven transzellulären und/oder parazellulären Weg induziert. Über diesen Weg wird FITC-Dextran nicht transportiert, vielmehr erfolgt die Sekretion von FITC-Dextran in die Galle ausschliesslich über einen transzellulären Weg.

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