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Innere Medizin 1. April 2008

WHO-Eradikationsprogramm für Poliomyelitis: Status quo und Umsetzung in Österreich

Die WHO hat anlässlich ihrer 41. Vollversammlung im Jahr 1988 das Ziel formuliert, die Poliomyelitis bis zum Jahr 2000 weltweit zu eliminieren. Dieses Ziel wurde zwar nicht vollständig erreicht, aber es konnte die weltweite jährliche Inzidenz um 99% reduziert werden und drei WHO-Regionen (Amerika, Westpazifik, Europa) wurden für poliofrei erklärt. Um diesen Status zu erhalten, sind folgende Maßnahmen regelmäßig durchzuführen: Polio-Durchimpfung, Enterovirus-Überwachung, AFP-Surveillance, Labor-Qualitätskontrolle und Notifikation aller Labors, die Poliovirus lagern. Österreich war insbesondere in der Nachkriegszeit von schweren Polio-Epidemien betroffen und führte im Impfwinter 1961/62 als eines der ersten Länder weltweit die flächendeckende und kostenlose Oral-Polioimpfung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis zum 21. LJ ein, was sich unmittelbar in drastisch reduzierter jährlicher Inzidenz (I) niederschlug (1961: n = 292; I: 3.65/100.000; 1962: n = 8; I: 0.1/100.000). Der letzte Poliofall trat im Jahr 1980 auf. Seit 1998 werden zusätzlich alle notwendigen nationalen Maßnahmen des Polio-Eradikationsprogrammes vollständig umgesetzt. Trotz der weltweiten Erfolge ist Polio noch in vier Ländern endemisch, und es traten zusätzlich seit November 2006 in elf Ländern Ausbrüche nach Neu-Einschleppung auf. Die WHO wies daher bei der 60. World Health Assembly 2007 neuerlich auf die immanente Gefährdung des Polio-Eradikationsprogrammes hin und arbeitet im Rahmen der Global Polio Eradication Initiative (GPEI) intensiv mit den betroffenen Ländern an spezifischen Bekämpfungsmaßnahmen.

Reinhild Strauss, Maria Sagl, Günther Wewalka, Manfred Dierich, Ulf Baumhackl, Heidemarie Holzmann, Egon Marth, Christa Kuderna, Hubert Hrabcik, Ingomar Mutz, Wiener klinische Wochenschrift

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