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Innere Medizin 1. Juli 2008

Chemotherapie beim Prostatakarzinom

Für viele Jahre glaubte man, der Nutzen einer Chemotherapie beim Prostatakarzinom sei auf die Palliation der Erkrankung in späten Stadien beschränkt, und so wurde diese Behandlungsoption den Patienten – wenn überhaupt – nur am Ende des Krankheitsprozesses zuteil. Zwei bedeutende Phase III Studien mit einer Docetaxel-basierten Therapie (TAX 327 und Southwest Oncology Group, SWOG, 9916) haben für Patienten mit hormon-refraktärem Prostatakarzinom (HRPC) einen Überlebensvorteil erbracht und damit die Behandlung grundlegend verändert. In einem Umfeld von wachsendem Interesse an chemotherapeutische Optionen und laufenden klinischen Studien an neuen Substanzen und neuen Indikationen (neoadjuvante- und adjuvante Therapie, steigende PSA Werte nach lokaler Behandlung und hormonsensitive Karzinome) war es unser Ziel als multidisziplinäres Team, die verfügbare Datenlage zu analysieren und einen Standard für die medizinische Behandlung des Prostatakarzinoms außerhalb klinischer Studien zu definieren. Wir evaluieren die momentanen Behandlungsempfehlungen sorgfältig und auf Basis der verfügbaren Anhaltspunkte, beleuchten mögliche zukünftige Behandlungsoptionen und diskutieren wichtige klinische Themen, für die es zurzeit noch keine definitiven Antworten gibt (Behandlung bis zur Progression vs. den Vorteilen von Chemoholidays; die Definition bestimmter Patientensubgruppen; potentielle Zweitlinien-Optionen). Die Rolle und Bedeutung der Strahlentherapie wird ebenso diskutiert wie die Behandlung mit Bisphosphonaten und die medikamentöse Behandlung von Schmerzen und Nebenwirkungen. Die Vielzahl an Behandlungsoptionen für Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom verlangt eindeutig eine enge Zusammenarbeit zwischen Urologen, Onkologen und Strahlentherapeuten.

Michael Rauchenwald, Maria De Santis, Eleonore Fink, Wolfgang Höltl, Gero Kramer, Isabella-Carolina Marei, Hans-Jörg Neumann, Andreas Reissigl, Nikolaus Schmeller, Walter Stackl, Alfred Hobisch, Michael Krainer, Wiener klinische Wochenschrift

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