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Innere Medizin 1. Mai 2007

Eine hohe Aminosäurenzufuhr erhält die Diurese und verbessert die Stickstoffbilanz bei nicht-oliguri

EINLEITUNG: Der Einfluss einer Eiweiß-reichen Nahrung auf die glomeruläre Filtration ist sowohl beim Gesunden als auch beim chronisch nierenkranken Patienten gut belegt, beim akuten Nierenversagen bei kritisch kranken Patienten jedoch noch nicht untersucht worden. Die vorliegende Studie untersucht daher die Wirkung einer hohen Zufuhr von Aminosäuren auf die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) und die N-Bilanz bei kritisch kranken Patienten mit akutem Nierenversagen. METHODEN: Vierzehn kritisch kranke Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 50 ml/min und erhaltener Diurese über 2000 ml/Tag erhielten 2000 nicht-Protein kcal und 75 g (Gruppe 1) oder 150 g (Gruppe 2) Aminosäuren parenteral pro Tag. Nierenfunktionsparameter, Flüssigkeitsbilanz, Na und N-Bilanz sowie der Bedarf an Furosemid wurden an den Tagen 2, 3 und 4 erhoben. ERGEBNISSE: Die beiden Gruppen waren hinsichtlich Geschlecht, Schweregrad der Erkrankung, und Kreatinin-Clearance vergleichbar, Gruppe 2 allerdings signifikant (p < 0,05) älter. Der BUN stieg nur in der Gruppe 1 und nicht in der Gruppe 2 signifikant an. Die Kreatinin-Clearance blieb in beiden Gruppen unverändert. Gruppe 2 hatte eine signifikant positivere N-Bilanz (−10,5 ± 17 g/Tag 9 versus + 8,3 g/Tag) (p < 0,01), eine geringer positive Flüssigkeitsbilanz (2003 ± 1336 ml versus −2407 ± 1990 ml) und einen geringeren Furosemid-Bedarf (1003 ± 288 mg versus 649 ± 293 mg) (p < 0,05). SCHLUSSFOLGERUNG: Die Gabe hoher Konzentrationen von Aminosäuren als Teil der parenteralen Ernährung verbessert die N-Bilanz, vermindert den Furosemid-Bedarf und führt zu einer günstigeren Flüssigkeitsbilanz bei Patienten mit nicht-oligurischem akuten Nierenversagen.

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