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Innere Medizin 1. Juni 2007

Lässt sich die kardiovaskuläre autonome Neuropathie bei symptomlosen Patienten mit Typ 1 Diabetes me

HINTERGRUND UND ZIELE: Die kardiovaskuläre autonome Neuropathie (KAN) ist bei Patienten mit Typ 1 Diabetes mellitus (DM1) mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität verbunden. Diese Komplikation kann über lange Zeit ohne Symptome einhergehen. Ziel dieser Studie war es die Prävalenz, den Schweregrad und mögliche Vorhersageparameter der asymptomatischen KAN zu erfassen. PATIENTEN UND METHODEN: 107 Patienten mit DM1 (52 Männer, 55 Frauen, Alter 39,8 ± 12,4 Jahre [18–72]; Dauer des DM1: 16,6 ± 9,5 Jahre [0,5–43], Alter bei Manifestation 23,5 ± 12,8 Jahre [1–54], BMI 25,1 ± 3,2 [1,9–33,91]) wurden untersucht. Das Vorliegen einer KAN wurde mit Hilfe von Standard-Reflex-Testen (Ewing Batterie) erhoben und die Patienten wurden entsprechend den Ergebnissen in drei Gruppen eingeteilt: Gruppe 0 ohne KAN, Gruppe I mit erstgradiger KAN und Gruppe 2 mit zweitgradiger KAN. Wir erhoben außerdem die mit KAN am häufigsten einhergehenden chronischen Komplikationen des DM1, Episoden schwerer Hypoglykämie, zeitliche Parameter des DM1 (Patientenalter, Dauer des DM1, Alter bei Manifestation) und außerdem DM1-spezifische Parameter wie glykosyliertes Hb, BMI, kardiovaskuläre Erkrankungen und Blutdruck. Die Vorhersagbarkeit einer KAN wurde entsprechend den erhobenen Korrelationen beurteilt. ERGEBNISSE: Nur 50 der 107 der Patienten (46%) zeigten keine KAN. Bei 38 Patienten (36%) fanden wir eine erstgradige , bei 19 (18%) eine zweitgradige KAN. KAN korrelierte mehr mit der Dauer des DM1 (p < 0,001), als mit dem Alter der Patienten (p < 0,05). Es bestand eine grenzwertig signifikante Korrelation (p = 0,053) mit dem glykosylierten Hb. Weiters haben wir eine signifikant positive Korrelation zwischen KAN und dem Auftreten von chronischen Komplikationen (periphere Neuropathie: p < 0,001), Retinopathie: p < 0,001, Nephropathie: erhöhtes Kreatinin: p < 0,03, Albuminurie: p < 0,01) gefunden. Obwohl der Blutdruck bei allen Patienten im Normalbreich (124,2/74,5 ± 11,5/7,8 mmHg) lag, wurde eine positive Korrelation mit der KAN (p < 0,05) bestätigt. Zu den akuten Komplikationen des DM1 bestand keine Korrelation. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Unsere Studie zeigt, dass die asymptomatische KAN bei Patienten mit DM1 sehr häufig ist. Mit Hilfe von multifaktorieller logistischer Regression konnten wir zeigen, dass bei gleichzeitigem Vorliegen von Albuminurie, peripherer Neuopathie und erhöhtem systolischem Blutdruck eine hohe Wahrscheinlichkeit für das zusätzliche Vorhandensein einer KAN besteht.

Silvie Lacigová, Petr Šafránek, Daniela Čechurová, Michal Krčma, Jakub Víšek, Zdeněk Jankovec, Michal Žourek, Iva Haladová, Zdeněk Rušavý, Wiener klinische Wochenschrift

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