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HNO 5. Oktober 2015

Barrierefreiheit für Gehörlose

Ein Dolmetscher für Gebärdensprache hilft per Liveschaltung auf mobilen Endgeräten.

Sprachbarrieren führen oft zu Fehlinformation und können bei Krankheit die Diagnose wie auch die schnelle Behandlung erschweren. Mit einem Gebärdensprachendolmetscher über mobile Endgeräte soll nun Gehörlosen und hochgradig Schwerhörigen in Österreich eine flächendeckende, kommunikative Barrierefreiheit in der Gesundheitsversorgung ermöglicht werden.

„Verstehen und verstanden werden ist ein Patientenrecht“, stellt Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger fest. Gerade in Ausnahmesituationen, wie es viele Fälle im medizinischen Bereich sind, ergeben sich in der Kommunikation jedoch beträchtliche Hürden für ein gegenseitiges Verstehen. Für Menschen, die in ihrer verbalen Ausdrucksmöglichkeit und ihrer akustischen Wahrnehmung eingeschränkt sind, erhöhen sich diese Hürden zusätzlich.

Mit dem neuen Angebot der Plattform Patientensicherheit und einigen Partnern soll ein Dolmetscher in Gebärdensprachen am Display eines mobilen Endgeräts die Kommunikation verbessern: Bei Behördengängen, Bankterminen und im Gesundheitsbereich. Ein Pilotprojekt testet seit Anfang Oktober das neue Service.

Ein Drittel des Bedarfs fehlt

Der Bedarf an Gebärdendolmetschern ist groß: Etwa 8.000 Personen in Österreich sind gehörlos, bis zu 15.000 sind hochgradig schwerhörig. Darüber hinaus gibt es eine nicht erfasste Anzahl von Menschen, die aufgrund unterschiedlicher Ursachen in ihrer sprachlichen Kommunikation eingeschränkt sind und sich mit Gebärdensprache verständigen. Die Zahl der Gebärdendolmetscher in Österreich ist gering, besonders schlecht ist die Versorgung in ländlichen Gebieten. „Etwa ein Drittel des Dolmetscherbedarfs im Bereich der Gebärdensprache kann derzeit in Österreich nicht erfüllt werden“, so Dr. Maria Kletecka-Pulker von der Plattform Patientensicherheit bei der Präsentation des Projekts Ende September in Wien.

Mit dem „Gebärdensprachdolmetscher am Display“ stehen nun 300 Dolmetscher zunächst für die deutsche und österreichische Gebärdensprache von Montag bis Freitag bereit, um per Smartphone, Tablet oder Laptop bei der Verständigung zwischen Gehörlosen und Hörenden unkompliziert und direkt zu unterstützen. Einzige Systemvoraussetzung ist ein LTE/4 G-fähiges Endgerät und ein Mobilfunkstandard von optimal 4G.

www.gehoert.at

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